A FOND D’CALE ~ Retourne Le Miroir (2012)

Spielerische Leichtigkeit, feurige Atmosphäre und doch vertrauliche Nähe trägt die Musik von A Fond D’ecale von der Bühne ins Publikum. Man hat den Eindruck, auf der Bühne spielen kleine Jungs mit ihren Instrumenten und Stimmen. Die jahrelange Erfahrung im Spiel mit Musik und Menschen zeigt sich auch auf ihrem neuen Album Retourne Le Miroir. Der Titel könnte nicht treffender sein. Was auf dieser CD zu hören ist, ist der Spiegel von acht Jahren guter Rockmusik mit keltischem Einschlag.
Gleich bei den ersten Tönen von Y’A DES MATINS, die Mathieu aus seiner Fiddle in den Beat des Schlagzeuges von Ronnie hervorzaubert, hört man die Begeisterung des Publikums. Der rockige Sound geht dann in einen Wechselgesang zwischen Jèrôme und Mathieu über und bringt so die für A Font D’ecale typische Leichtigkeit in die Musik.
Bei GAMIN wird dieser Wechsel in der Rhythmik fortgeführt. Es bleibt kaum Zeit sich auf eine Melodie einzustellen, alles fügt sich auf geniale Art (Weise) zusammen.
In den folgenden Stücken GASTON , JE PLEURE und AVANT DE CASSER MA PIPE wird es dann inhaltlich sehr ernst. Zum Weinen (pleure) ist das aber sicherlich nicht. Bei J’EN SERAIS PAS LA gibt es dann auch was für die Freunde ruhiger Töne, die in einem guten Konzert natürlich nicht fehlen dürfen. Bei UNE BOUTEILLE À LA MER (die Flasche am Meer) kamen mir beim Hören allerdings doch leicht dunkle Gedanken, was aber nicht an dem Stück liegt, sondern eher an dem gleichnamigen Film, der zur Zeit in Frankreichs Kinos läuft. Film und Song haben aber glücklicherweise nichts miteinander zu tun.
Was ein Pinguin in der Wüste soll (UN PIGOUIN DANS L’DÉSERT), weiß ich allerdings auch nicht, die Geschichte ist trotzdem lustig, auch wenn das kommende Stück C’EST PAS DROLE zur Melodie von Spancil Hill uns vom Gegenteil überzeugen möchte.
In den beiden Stücken LA PRÉSENTATION und LES GUEULES NOIRES zeigt Philippe genannt Philou, dass er sein Knopfakkordeon gleichzeitig in rockigen, als auch mit klassischen französischen Akzenten spielen kann, was wieder zum Gesamteindruck der CD passt. Spielerisch und locker zieht sich dieser ständige Wechsel zwischen Rock, Folk und Balladen durch jedes einzelne Stück. Bei A fond d’cale findet man wie durch ein Wunder all diese Musikstile immer wieder in fast jedem Stück. Man will zuhören, möchte aber auch direkt dabei tanzen.

Mein persönliches Fazit für diesen Silberling:
Selten hat mich eine Live CD so schnell in ihren Bann gezogen, wie dieses Werk von
A Fond D’ecale !
Vor meinem nächsten Besuch in Frankreich werde ich auf jeden Fall die Homepage der Band besuchen und nachsehen, ob die Jungs nicht ein Konzert haben, das sich mit meiner Route vereinbaren lässt.

Trackliste:
1 Y’A DES MATINS Es ist Vormittags
2 GAMIN Gamin
3 GASTON Gaston
4 JE PLEURE Ich weine
5 AVANT DE CASSER MA PIPE bevor sie meinen Weg zerbrechen
6 J’EN SERAIS PAS LA Ich würde es nicht
7 UNE BOUTEILLE À LA MER Eine Flasche am Meer
8 UN PIGOUIN DANS L’DÉSERT Ein Pinguin in der Wüste
9 C’EST PAS DROLE Das ist nicht lustig (Spancil Hill)
10 LE RETOUR DE GASTON Die Rückkehr von Gaston
11 LA PRÉSENTATION Die Präsentation
12 LES GUEULES NOIRES Die schwarzen Münder
13 LE VIOLON SONNE Die Sonnenvioline
14 LES HURLEMENTS D’LÉO Leos Stöhnen
15 BIENVENUE L’ARTISTE Willkommen bei den Künstlern
16 A FOND D’CALE Behalte es im Hintergrund

A FOND D’ECALE sind:
Jérôme (Lécluse): Akustik – Gitarren, Gesang
Mathieu (Math): Akustik – Gitarre, Fiddle, Gesang,
Rémy (Schnub): E – Gitarre
Philippe (Philou / Philibert): Akkordeons, E – Piano
Nicolas (Nico l’costaud): Bass
Ronnie (Guerrier / Brownie): Schlagzeug, Cajun

Um Euch einen kleinen Eindruck über die Band zu geben, habe ich hier ein paar Youtube Videos von der Band zusammengestellt:

Auf dem folgenden Video zeigt A Fond D’cale, das auch unsere kleinen Lieblinge schon gute Folk Rock Musik machen und ihr Publikum begeistern können:

Hier findet Ihr die Band mal ganz akustisch

 

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Hubert Jost

Musik verbindet Menschen
Ein klein wenig Irland steckt in jedem von uns.

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