Am Ende geht es vor allem um eins: Hoffnung! Ein Interview mit Pascal Briggs

Hallo Pascal ich freue mich, dass du dir so kurz vor den Release Deines neuen Albums und dem Start der Tour noch Zeit für ein Interview nimmst. Bist Du schon ein bisschen nervös?

Um ehrlich zu sein, ja ich bin sehr aufgeregt! Ich habe seit vier Jahren keine Konzerte mehr gegeben. Die Pause war wichtig, aber jetzt kann ich es kaum erwarten wieder unterwegs zu sein. Besonders gut fühlt es sich an, die Tour mit Zander zu machen. Mit ihm werde ich auch einige Songs gemeinsam spielen. Er ist ein fantastischer Musiker!

Das klingt cool. Wie seid ihr Freunde geworden?

2010 bekam ich eine mail von Sean Wheeler aus Kalifornien, er hatte mein Debut „The Mercenary“ in den Staaten gehört und fragte mich, ob ich es für eine gute Idee halten würde, mit ihm und Zander Schloss auf Europa Tournee zu gehen. Ich hab sofort ja gesagt, denn ich kannte sowohl Seans vorherige Band „Throw Rag“ und war schon damals ein großer Fan von Zander und seinem musikalischen output. Wir waren dann einen Monat zusammen unterwegs…danach kann man sich entweder nicht leiden…oder man findet Freunde fürs Leben!

Zwischen Deinem ersten Album „The Mercenary“ dem Split Album mit Sean und Zander und „Island of lost Souls“ liegen, wenn ich richtig gerechnet habe, gut sechs Jahre. Was hast du in der Zwischenzeit, außer am neuen Album zu arbeiten, gemacht?

Das ist gar nicht so leicht zu beantworten, Ute. Ich bin wohl das was man einen „Lebenskünstler“ nennt. Einen richtigen Beruf habe ich nicht gelernt. Ich hatte mich im Musikgeschäft aufgerieben, grade wenn man mit seiner Musik nicht die breite Masse erreicht, ist es schwierig, den Kopf über Wasser zu halten. Ich habe allerdings nie ganz aufgehört zu schreiben, und auch hin und wieder Songs aufgenommen, aus denen dann das neue Album gewachsen ist. Ansonsten habe ich eher zurück gezogen gelebt. Oft auch ziemlich am Abgrund. Das sinnvollste was ich wohl gemacht habe war meine Arbeit in einer Holzwerkstatt die Möbel für Kindertagesstätten aufarbeitet…

Ich habe in den letzten Jahren versucht halbwegs auf dem Laufenden zu bleiben was Du so machst, was mir leider nicht immer gelungen ist. Ich meine aber mitgekriegt zu haben, dass Du einige Zeit in Wien verbrachte hast und dann nach Berlin gezogen bist. Ich nehme an das hatte auch mit der jeweiligen Musik Szene zu tun?

Ich lebe eigentlich seit 10 Jahren überwiegend in Berlin. Aber es stimmt, ich habe eine innige Beziehung zu Wien, es ist für mich die schönste Stadt Europas. Und ja, ich habe auch dort Zeit verbracht und z.B. den Titletrack des Albums mit meinem Freund Antcar aufgenommen. Die Stadt und ihre Menschen haben eine ganz besondere, leicht morbide Aura. Ich weiß nicht ob ich jemals wirklich permanent dort leben werde, aber ich glaube ich würde dort sterben wollen, wenn es denn einmal so weit ist…

Dann haben Deine Songs auch etwas Autobiographisches? Hast Du sowas wie ein Lieblingslied auf dem neuen Album, oder einen Song der  Dir am meisten bedeutet?

Auf jeden Fall! Ich singe eigentlich fast ausschliesslich über Dinge, die mir passiert sind und Menschen denen ich begegnet bin. Die Musik hilft mir, auch die dunkleren Seiten meiner Geschichte zu verarbeiten. Und ich hoffe natürlich auch, dass sich die Zuhörer darin wieder finden und die Musik ihnen die Möglichkeit gibt, auch ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Und bei aller Dunkelheit in meinen Songs, geht es doch am Ende vor allem um eins: Hoffnung!
Der wahrscheinlich stärkste Track des Albums ist wahrscheinlich „The Wolf“. Ich habe mehrfach versucht, ihn neu zu arrangieren und aufzunehmen, mich aber dann für die erste, rohe Version entschieden, die ich auf meiner US Tour in Los Angeles aufgenommen habe, nur Gitarre und Gesang. Sie schien mir am unverfälschtesten.

Das letzte Mal als wir uns unterhalten haben hat sich deine Band „The Stokers“ gerade formiert.  Gibt’s die noch oder ziehst du es vor alleine durch die Welt zu ziehen?

Die Stokers waren ein Verband von guten Freunden, die jedoch alle im Ruhrgebiet beheimatet sind. Dort haben wir eine Zeit lang intensiv gearbeitet. Nach der Tour mit Sean und Zander bröckelte die Band aus den verschiedensten Gründen aber Stück für Stück auseinander, und ich ging wieder nach Berlin. Es steckt kein Konzept dahinter, aber es scheint doch, dass die meisten Bandprojekte in die ich involviert war, nie lang Bestand hatten. Ich bin wohl dazu verdammt als Einzeltäter durch die Musiklandschaft zu reisen. Wobei ich aber auch auf der neuen Platte intensiv mit anderen Musikern zusammen gearbeitet habe.

Deine Tour zusammen mit Zander Schloss startet am 07.04. Du bist ja bereits mehrmals mit Sean & Zander auf Tournee gewesen. Wo habt ihr diesmal Sean gelassen?

Sean und Zander haben sich leider nach acht Jahren getrennt. Die berühmten musikalischen Differenzen. Es ist sehr schade, da sie ein geniales Gespann waren! Ich freue mich aber sehr auf die Zusammenarbeit mit Zander. Es soll kein neuer Aufguss a la Sean & Zander werden, wir sind zwei eigenständige Solo Künstler, aber wir werden bei einigen Stücken auch kollaborieren.

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