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An Rinn – Home (2018)

Mit einem schönen gälischen Namen ausgestattet, zog man 1993 aus, um Irish Folk zu spielen. Der Weg von An Rinn nahm allerdings einige unvorhergesehene Wendungen: die Gruppe aus Niedersachsen kam vom Kurs auf die Grüne Insel öfter in Richtung Amerika oder Skandinavien ab. Trotzdem sind An Rinn in einem gradlinig geblieben:  sie setzen auf Qualität in Auswahl und Interpretation – egal woher das Stück kommt. Daher überzeugt auch dieses Album, das sie jetzt zu ihrem 25. Geburtstag veröffentlichen.

Selten ist es mir so schwer gefallen, aus 15 Titeln drei für unser Radio auszuwählen. Hard Times mit den schmelzenden Harmonien? Der Walzer mit Akkordeon, Geige und Concertina? Der unbegleitete Shanty, Old Maui? Die dänischen Tänze mit Hackbrett und Smallpipes? Der amerikanische Titelsong Home mit Five-String-Banjo?

Instrumental ist man breit aufgestellt, gesanglich nicht minder. Mit Anke Morhaus – einst aus dem Publikum „gefischt“ und auf dem Vorgänger „20“ noch als Gast – hat man eine der besten deutschen FOLKsängerinnen jetzt fest dabei. Mit Frontmann Martin Czech bildet sie ein spitzenmäßiges Duo.

Es gibt ein paar Evergreens wie Caledonia, John O’Dreams und Galway Girl. Die sind zwar ordentlich, aber etwas zahm. Am stärksten sind An Rinn bei den ungewöhnlichen Stücken. Brian McSheffrey interpretiert Press Gang so lebendig, als würde die Geschichte grade passieren. Das packende Tell God and the Devil hätte auch auf das Themenalbum Coal gepasst.
Vor Publikum haben An Rinn noch etwas mehr Biss. Wie wär‘s als Nächstes mit einem Live-Album?

Selten genug sind An Rinn außerhalb ihrer Heimatregion zu sehen – aber dieses Jahr am 15.9. beim Folkival in Nürtingen.

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kuec

Für celtic-rock.de schreibe ich seit 2008. Meine Instrumente sind Geige, Gitarre und Bass.

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