Bardic ~ Roadsmell After The Rain (2008)

Bardic Cover Roadsmell After The RainDurch über 700 Live-Auftritte hat sich das Duo Bardic seit der Gründung 1997 eine treue Fangemeinde aufgebaut. Einen umfangreichen Überblick über das Repertoire gibt die Bonus-Edition von Roadsmell after the Rain, da neben 18 neuen Titeln auch sechs von ihrem Erstling Greenish enthalten sind.

Ihren Stil bezeichnen die beiden Dortmunder als „Acoustic Music & Celtic Folk“. Trotz der Beschränkung auf akustische Instrumente kann man sie nicht den Folk-Traditionalisten zurechnen. Die Musik von Bardic lebt von der Spannung zwischen Eddie Arndts rockigem Gesang und Gitarrenspiel sowie dem schwungvollen, klassisch schönen Geigenklang von Sarah-Jane Himmelsbach. Das Duo nimmt eine Vielzahl von Einflüssen auf, was sich schon an der Herkunft des Materials ablesen lässt. Traditionals stehen neben Covers ausgesuchter neuerer Titel und einer ganzen Reihe eigener Werke.

Bardic haben viel Mühe in die Arrangements und Aufnahmen der einzelnen Titel gesteckt. Sie beweisen Ideenreichtum sowie ein Händchen für dramaturgische Steigerung und geschickten Einsatz von Soundeffekten. Durch Mehrspuraufnahmen wird die Palette an Instrumenten und Gesangsstimmen deutlich erweitert. Eddie spielt auch Banjo, Bass oder Bodhran, Sarah-Jane Tin- oder Low Whistle. Eingängige Melodien von Flöte und Geige ergänzen die Songs. Nichts klingt dünn. Auch auf CD kommt die Energie rüber, welche die Gigs der beiden auszeichnet. Dies trifft besonders auf die 15 eigentlichen Titel von Roadsmell zu.

Die Stimmung ist eher düster, etwa bei The Man in the Iron Mask von Billy Bragg, und erst recht dem eigenen Der Erde Kinder, dem einzigen deutschsprachigen Song. „Trauer hat den Sinn verloren, Dein Tod ist unser Untergang“. Bei den Traditionals wird es auch nicht unbedingt fröhlicher: das von Sarah-Jane eindrucksvoll gesungene und sparsam begleitete Skibbereen oder Follow Me Up to Carlow handeln von Hungersnot und Krieg. Als Gegenpol sind bekannte Reißer wie Step it out Mary auf lustig bis an die Grenze zur Parodie hin interpretiert. Das kommt live sicher gut an, wirkt aber vergleichsweise oberflächlich.

Die acht Bonus-Titel von der Debüt-CD Greenish bringen drei Instrumentals, mit Geige und Whistle. Aber auch hier geht’s im Lied um Kampf und Tod, diesmal in Schottland: Wha Wadna Fecht For Charlie. Zum Depressiv-Werden ist die Musik aber zu druckvoll. Am besten gefallen mir die Songs mit einem Schuß Humor wie der Auftakt But All the Girls: „I don’t feel sad for the time we had / It was the best time for you and me“. Man kann ohne Traurigkeit auf eine gute Zeit zurückschauen: So auch auf die 77 Minuten, wenn die CD gelaufen ist.

bardic_pressequer
Bardic


Trackliste

  1. but all the girls
  2. leis a lurrighan
  3. man in the iron mask
  4. the yearning remains / candlewalk
  5. william taylor
  6. near banbridge town
  7. all song is sung
  8. step it out mary
  9. blood all on the grass
  10. skibbereen
  11. vagabonds
  12. ye jacobites by name
  13. mairi’s wedding
  14. follow me up to carlow
  15. der erde kinder (bonustrack)

Bonustracks von Greenish:

  1. the little farewell song
  2. the old foreign hag / dermot byrne’s
  3. dol-li-a (dolly coxon)
  4. wha wadna fecht for charlie
  5. the beatin‘ drum
  6. the wind that shakes the barley / drowsey maggie
  7. billy is dead and gone
  8. eleanor plunkett

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kuec

Für celtic-rock.de schreibe ich seit 2008. Meine Instrumente sind Geige, Gitarre und Bass.

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