Brieg Guerveno Groupe ~ Noziou/Deiou (2011)

Rock der eher ruhigeren Sorte. Poppig, langsam. Ab und zu sphärisch, selten treibend. Keine großen Instrumental-Spielereien, mal ein Dudelsack, viel Gejamme und Solire im Jazz- und Rockbereich zwischen E-Gitarre, Schlagzeug und Bass. Eine gute Portion Blues.

Die Schnittmenge zwischen Brieg Guerveno und Celtic Rock sind nicht überdeutlich ausgeprägt aber vorhanden: bretonischer Gesang und ebenso inspirierte Folk-Elemente. Erinnert zum Teil an den bretonischen Barden Dom Duff, auch wenn die 10 Stücke auf Noziou/Deiou (= Nächte/Tage) weit weniger experimentell sind. Die etwas nölige Stimme ist ebenso gewöhnungsbedürftig wie Dom Duffs. Vielleicht liegts tatsächlich am bretonischen.

Wer dem Album Zeit gibt, entdeckt zehn unaufgeregte und nett arrangierte Blues-Rock-Songs. Lange, monotone Passagen wechseln sich mit wilden Zwischenspielen ab, die fast improvisiert klingen. Ab und an darf die Stimme Ausbrechen, dann vor allem auf der Tonleiter nach oben. Mit 40 Minuten hat das Album eine perfekte Länge, die Songs werden nicht übermäßig in die Länge gezogen, wie man es von anderen Blues-Rock-Platten kennt und so bleibt man am Ende der Platte zurück und ist geneigt, erneut auf den Play-Knopf zu drücken.

Einer der Höhepunkt ist etwa das letzte Stück der Platte, An diwaskadenn, dass mit Gitarrengeklimper beginnt, immer die gleiche Tonfolge, bis der Bass mit einem imitierenden 4-On-The-Floor Beat einsteigt. Ein Schrei gibt dem Schlagzeug seinen Einsatz vor, eine schöne Gitarren-Doppelung, wie sie in letzter Zeit immer wieder gerne im Nu-Metal eingesetzt wird, eröffnet die Strophe. Dann wieder die Tonfolge vom Anfang. Ausgereizt. Dann eine Break und ein hervorragendes Gitarren-Solo, schön unterstützt vom Schlagzeug. Und dann ist unvermittelt aus.

  1. Marv eo va heol
  2. Bageal
  3. Vel laboused
  4. Diougann ar bed o vervel
  5. Eno
  6. Klanv
  7. Noziou
  8. Heklev an nenv
  9. Kludet
  10. An diwaskadenn

Homepage | Myspace | Facebook | Bestellen | Medienbox | Über Rezensionen

 

Schreibe einen Kommentar