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Cara – Live (2018)

Wenn ich jemand von den Qualitäten der Gruppe Cara überzeugen wollte, würde ich sie oder ihn zu einem live-Auftritt mitnehmen – oder ihnen diese Scheibe in die Hand drücken.

Nach 15 Jahren haben Cara nicht nur eine technische Reife erreicht, die ihres gleichen sucht, sondern auch einen selbstbewussten eigenen Stil entwickelt, der Einflüsse von beiden Seiten des Atlantik organisch verbindet. Die Musik hat dabei durchaus Ecken und Kanten, unverhoffte harmonische und rhythmische Wendungen, die dazu beitragen, jedem Auftritt einen Spannungsbogen zu geben.


Ich habe Cara wohl in allen Besetzung gesehen – außer in der aktuellen – und jeder eine Menge abgewinnen können. Das neue Album zeigt aber noch besser als der Vorgänger Yet We Sing, dass das erfahrene Quintett weitere Geschlossenheit erreicht hat. Die Vielfalt des Materials und die Arrangements, die den Einzelnen viel Raum geben, vertiefen den starken Eindruck.

Live kommt ihre warme persönliche Ausstrahlung hinzu, die ihre internationalen Erfolge (u.a. sieben US-Tourneen) erst möglich macht. Cara sind offenbar auch noch nach vielen Profi-Jahren von der  live-Atmosphäre so angeturnt, dass die Mitglieder vor allem in ihren Soli quasi über sich hinaus wachsen.

Die aktuelle Besetzung: 

Gudrun Walther                 Gesang, Fiddle, diatonisches Akkordeon
Kim Edgar                               Gesang, Piano
 
Hendrik Morgenbrodt   Uilleann Pipes, Irish Concert Flute, Whistle
Jürgen Treyz                         Akustik-Gitarre, Dobro, Gesang
Rolf Wagels                            Bodhrán

Sympathisch ist auch, dass sich die Band nicht in eine räumliche oder historische Parallelwelt zurückzieht. Isn’t It Time To Be Worried benennt politische Probleme, ohne vordergründig zu sein, und ermutigt dazu, aktiv zu werden. Für mich ein Höhepunkt des Albums. 

Das Album umfasst einige langjährige Favoriten, bislang unveröffentlichte Stücke aus dem aktuellen Live-Programm sowie fünf brandneue Titel. Auch wer schon andere Cara-Alben besitzt, braucht den Kauf also nicht scheuen.

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kuec

Für celtic-rock.de schreibe ich seit 2008. Meine Instrumente sind Geige, Gitarre und Bass.

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