Colludie Stone – Native Land (2015)

Colludie Stone haben sich nach ihrer Gründung 2009 einige Jahre Zeit bis zur Veröffentlichung ihres Debütalbums gelassen. Mit viel Aufmerksamkeit für’s Detail und gutem Geschmack hat die Gruppe aus Süddeutschland sieben Tunesets und fünf Songs zusammen gestellt und arrangiert, wobei man sich nicht auf Irisches beschränkt.

Beim Flöter und der Geigerin/Whistlespielerin hört man deutlich die klassische Ausbildung. Beide haben sich intensiv in die irischen Spieltechniken eingearbeitet. Dies wird bereits beim einleitenden Slow Air der Flöte deutlich. Akkordeon, Gitarre, Mandoline, Mandola, Bass, Perkussion und Piano vervollständigen das umfangreiche Instrumentarium, das aber sparsam und gezielt eingesetzt wird.

Die Stärke der Band und ihr Markenzeichen ist die Überschreitung stilistischer Grenzen, etwa wenn es improvisierend ins Bluesig – Rockige oder Swingende geht. Colludie Stone haben starken männlichen und weiblichen Leadgesang, machen aber relativ wenig Gebrauch von Mehrstimmigkeit. Die Songs sind ohnehin in der Unterzahl.

Sie bieten hochklassig gespielte Musik zum Zuhören, die nicht auf’s Stimmungmachen als Selbstzweck ausgelegt ist. Richtig fetzig wird Native Land leider erst beim letzten Reel – Set.Live sieht das, dem Video nach zu urteilen, sicher anders aus. Für die nächste CD würde ich mir etwas mehr „Bauch“ und weniger „Kopf“ wünschen. Auch wenn Colludie Stone seit der Aufnahme des Albums zum Quartett geschrumpft sind, wird man sicher noch viel Gutes von ihnen hören.

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kuec

Für celtic-rock.de schreibe ich seit 2008. Meine Instrumente sind Geige, Gitarre und Bass.

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