Connemara Stone Company ~ Birds and Beasts (2004)

Cover Birds and BeastsHier im Westen braucht man die CSC kaum noch jemand vorzustellen, dieses Flaggschiff des Folkrock segelt schließlich schon seit 1995 auf der Ruhr und benachbarten Gewässern. Durch Festivalauftritte in diesem Sommer wird die Band sicherlich neue Freunde im Rest der Republik gewinnen, so dass es sinnvoll ist, ihre fünfte und letzte CD vorzustellen.

Birds and Beasts ist ein ausgewogenes Album einer eingespielten Band. Die Musik geht in Richtung Mainstream-Rock. Der Leadsänger besitzt eine angenehme Stimme, der man gut längere Zeit lauschen kann. Gitarren und Rhythmussektion spielen routiniert, aber trotzdem ideenreich. Soundeffekte sind geschickt eingesetzt. Was den Sound der CSC auf Anhieb von anderen Bands unterscheidet, sind die Flötenparts, die jedes Mal einen Energieschub bringen. Die Soli der Querflöte komplett mit Atemgeräuschen lassen das Herz des Jethro-Tull-Fans höher schlagen.

Das Material ist nicht unbedingt nach Themen ausgewählt. Die Scheibe mit dem selbst geschriebenen Opener West Wind hätte auch ‚By the Sea‘ heißen können. Ein Highlight ist für mich The Song of the Whale, ein berührendes Plädoyer gegen den Walfang. Das atmosphärisch gestaltete Arrangement lässt einen den Gesang der großen Wale hören.

Der bekannte Zungenbrecher Rocky Road to Dublin wirkt durch das sparsame Arrangement mit viel Drums und Tin Whistle. Den Three Ravens verleiht das Keyboard recht effektvoll mehr Volumen. Neben den Liedern gibt es drei kurze Instrumentals, die den folkigen Anteil mit Fiddle und Banjo anheben. Bei der langen Ballade Maid on the Shore schafft es die Band mit knackigen Rock-Riffs, die Spannung zu halten.

Die CSC hat ein Händchen für eingängige Pubsongs wie das im Stil der Pogues geschriebene Give us a Stout. Putzig, wie der Sänger den angeschickerten Iren mimt Der Text erzählt von Pleiten und Pannen aus dem Leben einer Band, die sich letztlich immer mit Dunkelbier wegspülen lassen.
Das abschließende Parting Glass bekommt gegen jeden Trennungsschmerz einen Mitklatsch-Rhythmus verpasst. Melancholie kommt also nicht auf.

Insgesamt eine CD, die angenehm ins Ohr geht und sich gern öfter hören lässt.

Die Fans hoffen sicher, dass die CSC bald Zeit findet, ein neues Album aufzunehmen.

Lobenswert ist der Abdruck aller Texte im Booklet und das nach CDs geordnete Songbook auf der Homepage.

Trackliste:

  1. Wild West Wind
  2. Moving On Song (Go Move Shift)
  3. Wings Of A Gull
  4. Song Of The Whale (The Last Leviathan)
  5. Hard Times
  6. Princess Royal / Johnny I hardly knew ye
  7. Polkas
  8. The Three Ravens
  9. Rocky Road To Dublin
  10. Soldiers Song (On The One Road)
  11. Just Another Love Song
  12. Joy Of My Life
  13. Maid On The Shore
  14. Give Us A Stout
  15. Kesh Jig
  16. Parting Glass

Besetzung:

Olaf Mesenbrock – Gesang, Gitarre
Michael Künzel – Querflöte, Tin Whistle, Low Whistle, Backing Vocals
Georg Spellerberg – Gitarren, Fiddle, Banjo
Horst U. Pohl – Bass, Keyboard, Backing Vocals
Ralf Rumpelt – Bass
Hans Steinforth – Schlagzeug, Percussion

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kuec

Für celtic-rock.de schreibe ich seit 2008. Meine Instrumente sind Geige, Gitarre und Bass.

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