Cosán – New Roads (2014)

Neue Wege begehen Cosán auf ihrer neuen New Roads tatsächlich. Beim ersten Stück Roscommon bekommt man den Eindruck, es handelt sich um ein Werk zwischen Jazz und Klassik mit einigen Folkelementen verziert. Aber schnell wird man eines Besseren belehrt. Schon beim zweiten Stück The Ant and the Grasshopper wird es richtig irisch. Zwar werdencover_NewRoad hier die Sagengestalten des irischen kleinen Volkes durch eine Ameise und eine Heuschrecke ersetzt, aber doch ist in dieser hübschen Fabel die Warnung vor einem allzu sorglosen Leben nicht zu überhören. Eben eine Geschichte, wie man sie auf der grünen Insel erzählen würde.

Auch die typischen Geschichten um die Liebe fehlen auf dem Silberling nicht. Überwiegend stammen die Geschichten aus Amerika und Australien, könnten aber auch in Irland entstanden sein. Ein deutliches Beispiel hierfür sind die Balladen Love in Disguise und Bold Jamie.

Mein persönlicher Favorit ist Streets of Forbes, eine Geschichte um Freundschaft, Verrat und Gaunereien. Ein wenig erinnert dieses Stück an den irischen Song um den Galgen des Schornsteinfegers Sam Hall. Dies wird durch die Ähnlichkeit des Namens der Hauptperson des Liedes Ben Hall noch verstärkt. Für mich ist die CD ein Werk, das man entspannt mit einem Glas Wein, besser noch einem kleinen Whiskey, in der Abendsonne genießen kann.

Cosán sind:
Michaela Grüß: Gesang, Bodhrán, Klavier
Barbara Hintermeier: Fiddle, Gesang
Brian Haitz: Gitarre, Bouzouki, Gesang, Querflöte, Bass
Steffen Gabriel: Querflöten, Whistle, Akkordeon, Gesang

Homepage von Cosán

Hubert Jost

Musik verbindet Menschen
Ein klein wenig Irland steckt in jedem von uns.

1 Gedanke zu “Cosán – New Roads (2014)

  1. Erfreulich, wie viels(a)eitig die „next generation“ des Folk sich stilistisch entwickelt, und vor Allem, wie produktiv gewisse Vertreter/innen so sind ;-)
    Dass man auf einige „übliche Verdächtige“ dann öfter mal in ganz verschiedenen Formationen stösst, muss ja kein Nachteil sein, sondern zeigt, dass sich die (insgesamt doch recht überschaubare) Szene gut miteinander vernetzt hat und sich austauscht und gegenseitig inspiriert………… wozu mit Sicherheit auch die mittlerweile recht zahlreichen Akustik-Sessions überall im Lande zählen.
    Dass manche dieser Sessions dann leider zum ausschliesslichen „Tuning“ werden und Jemand, der mal ein Lied singen will, fast schon schräg angequatscht wird (oder zumindest hinter dessen Rücken demonstrativ gelangweilt mit den Augen gerollt wird), ist zwar bedauerlich, aber wohl nicht zu ändern…….. „gibt halt so’ne und so’ne“ wie man hier im Pott sagt ;-)

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