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Cul na Mara – The World is colourful (2018)

Schon vor dem ersten Hören haben Cul na Mara bei mir zwei Pluspunkte gesammelt: einmal für die 50%-Quotierung, dann auch für den Ansatz, sich nicht in eine keltische Parallelwelt zurückzuziehen, sondern aktuelle politische Aussagen in ein Celtic-Rock-Gewand zu kleiden.

Mit den ersten beiden CDs hatte das Quartett aus Süddeutschland bereits einige Preise gewonnen. Das dritte Album bringt ausschließlich Eigenes, was Umarbeitungen vorgefundenen Materials einschließt. Es gibt zehn Songs bei 40 Minuten Spielzeit. Am Instrumentarium ist auffällig, dass sowohl der schottische als auch der irische Dudelsack eingesetzt werden. Cul na Mara schaffen es gleich zum Auftakt, ihren Appell für Toleranz und Frieden I Believe sowie das Titelstück fröhlich und tanzbar zu machen.

Kaum eine Band hat wohl schon das Thema Kinderarbeit behandelt (Gold in your Hands). Gut gefallen mir auch die adaptierten Traditionals, wobei aus dem ruhigen Jock Stewart eine feierfreudige Jenny wird (Easy and Free) oder der Drunken Sailor sich zum Drunken Piper wandelt. An vielen Stellen sind Tunes eingebaut, die erkennen lassen, was für einen erstklassigen Piper/Whistlespieler Cul na Mara haben.

Die Band ist hörbar gut auf einander eingespielt und deckt ein breites Klangspektrum zwischen Rock und Folk ab. Die Arrangements lassen auf einige Erfahrung schließen. Bereits beim ersten Titel scheint die Spielfreude durch.

Alle vier Mitglieder singen, aber das Potential an Mehrstimmigkeit wird noch nicht wirklich ausgeschöpft. Der Gesang klingt manchmal zu brav. Stellenweise hatte ich Probleme, die englischen Texte akustisch zu verstehen. Leider kommt die CD ohne Einleger, aber alle Texte finden sich auf der

Homepage.

kuec

Für celtic-rock.de schreibe ich seit 2008. Meine Instrumente sind Geige, Gitarre und Bass.

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