Eleanor McEvoy in Werdohl, 04.10.2014

Großer Bahnhof für Eleanor McEvoy beim Kleinen Kulturforum. Als Irlands Songschreiberin Nr.1 war sie angekündigt und konnte diesen Ehrentitel so eindrücklich rechtfertigen, dass sie die zurückhaltenden Sauerländer zu minutenlangem Schlussbeifall im Stehen hinriss. Und dies war nicht dem am Eingang umsonst ausgeschenkten Whiskey geschuldet.

Eleanor McEvoy wuchs in Dublin auf und studierte Musik. Ihre Orchesterkarriere gab sie für ein Leben als Sängerin und Liedermacherin auf. Die richtige Entscheidung für diese Powerfrau, die mit ihrer starken Bühnenpräsenz sofort alle im ausverkauften „Kulturbahnhof“ in ihren Bann zog.

Sie weiß, wie gute Songs funktionieren, und schreibt welche, die eine Menge unterschiedlicher Gefühle in packender Weise ausdrücken. McEvoy singt von Leidenschaft, Sehnsucht, Affären, die man hat oder auch nicht hat, und rechnet mal eben mit der katholischen Kirche oder dem Modewahn ab. Der Blues auf der Telecaster liegt ihr wohl mehr als die zum Zweck der Unterhaltung eingeschobenen Fiddletunes.

Was mich stark beeindruckte, waren ihre Neuinterpretationen bekannter Songs, die sie auf das inhaltliche Minimum reduziert, um sie dann sehr eigenständig zu gestalten: Memphis Tennessee (Chuck Berry), I’ll be Your Baby Tonight (Dylan) oder True Colours (Cindy Lauper). Die Irin besitzt eine starke, aber nicht unbedingt voluminöse Stimme, die sie allerdings sehr aussagekräftig einsetzt. Ein Höhepunkt war der Antikriegssong Eve of Destruction mit aktueller Schlussstrophe.
Nicht fehlen durfte A Woman’s Heart, ihr Titelsong des bestverkauften „irischen“ Albums aller Zeiten. Großartig auch die letzte unplugged – Zugabe mit Joni Mitchells Carrie.
Dank ging an die Sponsoren von den Irlandfreunden e.V.
Kurz und sauerländisch war zu hören: “Gut, woll?“

 

kuec

Für celtic-rock.de schreibe ich seit 2008. Meine Instrumente sind Geige, Gitarre und Bass.

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