Ferocious Dog – Same (2013)

Ferocious DogHier kommt DIE neue Band! Auf jeden Fall kommt sie mit einer Menge Schwung und Antrieb mit dem Ziel weiter Fahrt aufzunehmen und an den etablierten Bands der Szene vorbei zu ziehen. Aber reicht das? Die Folk-Punk Szene wächst und wächst. Mehr und mehr Bands kommen und eifern ihren großen Idolen, wie Flogging Molly und Dropkick Murphys nach. Endlos viele neue alte Coverversionen von Folkklassikern sind auf dem Markt. Bands wie Sir Reg haben sich durch Eigenständigkeit und Innovation einen Namen und ihren Platz erspielt. Jetzt kommt also eine weitere Gruppe und es stellt sich die Frage, haben sie das Besondere, mit dem sie sich behaupten können? Fakt ist, dass die Band gar nicht so neu ist, sondern sich Ende der 80er gegründet hat, aber erst seit den 2010ern mit eigenständigen Stücken glänzen. Fakt ist auch, das Ferocious Dog auf ihrem selbstbetitelten Release wenige Coverversionen präsentieren, die dann auch bearbeitet sind (Paddy on the Railway).

Nun geh ich ins Detail und fange mit dem Augenscheinlichen an. Es gibt einen physikalischen Tonträger. Die CD kommt im Digipack mit 12-seitigem Booklet. Das Layout ist durchdacht gestaltet mit einer Fokussierung auf die Gruppe selbst. Man sieht Fotos der Mitglieder und die Lyriks sind auch dabei. Das gefällt. Musikalisch präsentieren die sechs Musiker eine Mischung aus Folk und Punk mit einem Reggaeeinschlag auf 15 Songs. Interessant scheint mir, das es auf ihrer Seite im Bereich Diskografie noch drei weitere Veröffentlichungen aus den Jahren 2012 und 2013 gibt, die aber unter dem Strich zu großen Teilen mit der aktuellen Veröffentlichung identisch sind – zumindest den Titeln nach. Wenn man bedenkt, dass es die Band schon seit Ende der 80er gibt, unterstreicht das noch einmal den Ehrgeiz nun voll durchzustarten. Man hat einen neuen Anfang gewählt, die Songs ausprobiert und nun geht es mit der Essenz des Ganzen über die Grenzen Englands hinaus.

Voraussetzungen sind also geschaffen, aber was sagen die Songs? Diese sind meist schnell und laden ein, sich zu bewegen. Allerdings sorgen die Texte auch für Nachdenklichkeit, die durch Ken Bonsalls Stimme gut transportiert wird. Und eben hier gewinnen Ferocious Dog ihre Daseinsberechtigung. Die Themenwahl geht über den Pub und das Bier hinaus. Sie sind vielfältig, handeln z.B. vom posttraumatischen Stress eines Soldaten, der letztlich Suizid begeht (The Glass). Das Ganze hat dann auch einen persönlichen Hintergrund, handelt es sich dabei um den Sohn des Sängers und Bruder des Geigers. Andere Songs handeln davon, wie Eliten das Proletariat für ihre Sache ausnutzen (Freeborn John) – übrigens in einer wunderbaren Offbeatversion – oder von der Freiheit der Gedanken (Freethinker). Ungerechtigkeit von oben nach unten und Machtmissbrauch sind oft Gegenstand der Texte, dennoch wirkt das Ganze nicht verkopft. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Ferocious Dog Punk spielt, aber der Folkanteil im Vordergrund steht. Dadurch werden die Lieder abwechslungsreich und eingängig. Das Ganze verleiht ihnen einen eigenen, neuen Sound. Eine gute Vorraussetzung für ihren Plan nun Europa aufzurollen. Ob sie DIE Band sind, muss jeder für sich selbst entscheiden. Für mich steht allerdings fest, dass es sich bei Ferocious Dog um ein gutes Stück Musik mit einer eigenen Handschrift handelt. Es sind also alle Zutaten für einen bleibenden Eindruck vorhanden. Diese Band solltet ihr auf jeden Fall antesten.

Für die Glückspilze unter euch verlosen wir auch zwei Exemplare des aktuellen Albums.

Trackliste

  1. The Glass
  2. Lee´s Tune
  3. On the Rocks
  4. Too Late
  5. Freeborn John
  6. Hell Hounds
  7. Quiet Paddy
  8. Lyla
  9. Criminal Justice
  10. Pocket of Madness
  11. Blind leading the Blind
  12. Freethinker
  13. Mairi´s Wedding Pt.2
  14. Paddy on the Railway

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