Fiddler`s Green -Acoustic Pub Crawl (2012)

fiddler´s greenEs ist jetzt bald drei Jahre her, da fuhr ich mit einer guten Freundin in Richtung Erlangen. Grund war, dass eine Band, die für meinen persönlichen Weg mit Celticpunk verantwortlich ist, etwas Großes zu feiern hatte. Fiddler`s Green beging ihr 20-jähriges Bühnenjubiläum. Über zwei Tage wurde gefeiert und es entstand auch eine DVD von diesem Wochenende. Eine Riesenparty war das und wir hatten ein schönes und entspanntes Wochenende. Wer die Fiddler´s kennt, weiß, das sie sich für ihre Fans einiges einfallen lassen und so gab es neben vielen Überraschungsgästen auch eine ganz besondere Vorband am zweiten Abend. Wir hätten sie beinahe nicht gesehen, da sie nicht angekündigt war und wir noch Essen waren. Als wir im E-Werk ankamen, hörten wir bekannte Töne und dachten wir hätten schon wieder, wie am Abend zuvor (Verkehr), den Anfang des Konzerts verpasst. Also drängelten wir uns in die Halle und sahen – Fiddler´s Green. In Anzügen standen sie als ihre eigene Vorband auf der Bühne und spielten Bekanntes in unbekanntem Gewand. Das ist vielleicht ein wenig übertrieben, aber die Begeisterung kannte dennoch keine Grenzen. Und aus diesem Konzert ist wohl auch die Idee geboren, die zwei Jahre später zur „acustic pub crawl“ – Tour geführt hat und nun in der gleichnamigen CD gegipfelt ist.

Zu Fiddler´s Green selbst brauche ich wohl nicht viel zu sagen. Sie ist eine der professionellsten, spielfreudigsten Celtic-Bands aus Deutschland. Egal wie sich ihr Sound über die Jahre geändert hat, der Abgehfaktor ist immer hoch. Jedem empfehle ich Fiddler´s live zu sehen, denn auch nach über 50 Konzerten unterhalten sie mich grandios. Der Abgang von Peter Pathos 2006 hat die Metaleinflüsse zurückgedrängt und lässt nun den Punk etwas mehr in den Vordergrund rücken. Das merkt man nicht nur den Songs an, sondern auch dem Publikum. Es ist ein gutes Stück mehr und jünger geworden. So kanns gehen…

Im Player dreht der 16. Tonträger und hier handelt es sich um einen guten Querschnitt aus dem Repertoire der Band. Da freut es mich besonders, dass sich nicht nur Traditionals aus der Anfangszeit hier finden, sondern eben auch ein Lied von Peter Pathos. War der Abgang nicht der glücklichste, versöhnt mich doch „Days of Yore“ wieder damit. Allerdings wird an „Days of Yore“ ein Problem der Platte deutlich. Es handelt sich zwar um eine Akustikplatte, aber manche Lieder hören sich eben genauso an, wie zu ihren Zeiten auf den Studioalben. Das liegt eben nicht nur daran, dass die Lieder so alt sind, sondern hier kommt Fiddler´s Professionalität zum tragen. Die Musik ist sehr komplex umgesetzt und die Liveaufnahmen so gut, vor allem im Vergleich zu so manch anderer Celticband, dass man vergessen könnte, dass es sich hier um Liveaufnahmen von 2011 handelt. Wären da nicht die Ansagen von Pat und Albi, die mir teilweise auf die Nerven gehen. Aber man kann es hören, dass Publikum steht drauf.

Was mich besonders freut, ist die Titelwahl. Sie repräsentiert das gesamte musikalische Werk der Band inklusive der Soloplatte von Albi – da fehlt nur noch X-Rated. Okay, stimmt nicht ganz, aber den Bogen kann man schon vom Anfang bis in die Gegenwart spannen. 17 Stücke sind drauf – incl. einem völlig neuem Song.

Viel mehr will ich über die Platte nicht schreiben. Sie ist gut gemacht, man hört den Fiddlers die Spielfreude an und sie ruft alte Erinnerungen wach. Das Ding ist ein sicherer Kauf. Manchmal hätte ich mir aber bei aller Akustik eben mehr Akustik gewünscht.

Trackliste

  1. Irish Rover
  2. The Jolly Beggar
  3. Rose In The Heather
  4. Days Of Yore
  5. Charlie
  6. As I Roved Out
  7. The Creel
  8. Don’t Come Again
  9. Cripple Creek
  10. Empty Pockets, Empty Fridge
  11. Highland Road
  12. Folk’s Not Dead
  13. Apology
  14. Strike Back
  15. Freeman
  16. Mary Mack
  17. Bugger Off

Homepage | Myspace | Facebook | Bestellen | Medienbox | Über Rezensionen

 

Schreibe einen Kommentar