Flogging Molly – Life is Good (2017)

Fünf Jahre Ruhe und dann aus dem Nichts erscheint „Life is Good“. Flogging Molly haben ein neues Album gemacht. Ich habe zwar immer ein wenig Pogues und recht viel Fiddler´s gehört, doch dass sich Celtic-Punk in meinem Leben hat breit machen können, rechne ich vor allem Flogging Molly zu. Nun gibt es also zwölf neue Songs. Ich muss gestehen, ich bin gespannt. Nicht nur weil ich ein „Fanboy“ bin, sondern auch weil ich „Speed of Darkness“ nicht wirklich gut fand. Mich trieb die Befürchtung um, dass nach den Fiddler´s nun die nächsten Helden meiner Jugend einen künstlerischen Weg eingeschlagen haben, den ich nicht mitgehen will. Aber weit gefehlt.

Flogging Molly liefern mit „Life is Good“ ein Album ab, das etwas ruhiger, aber auch weniger im Mainstream verankert ist. Die E-Instrumentierung ist wieder mehr in den Hintergrund gerutscht und der Folkanteil ist höher. Das führt zu viel eingängigeren Melodien („The Hand of John L. Sullivan“) und schafft auch einige hymndenartige Songs („Crushed“, „Hope“). Eine völlig neue Erfahrung, ist die Einladung bei „The Last Serenade“ mitzuschunkeln.

Flogging Molly haben in der Produktion einen größeren Wert auf den Einsatz von Regan und Hensley gelegt, wodurch Geige und Akkordeon eine größere Rolle spielen. Dadurch kehrt der alte Sound ein stückweit zurück, ohne abgenutzt zu klingen. „Life is Good“ ist kein Abklatsch von „Within a Mile from Home“ oder „Swagger“, aber vor allem klingt es nicht nach „Speed of Darkness“. Dennoch ist der Punk nicht verschwunden. Alle Songs zeichnen sich durch Druck und Energie aus.

King schafft es auch in ruhigen Momenten eine Atmosphäre zu schaffen die einen durchaus zu fesseln weiss. Um so irritierter war ich bei „The Days we´ve yet to meet“, der ersten Auskopplung des Albums, eine andere Stimme (Nathan Maxwell – hatte ich verdrängt, das er ab und an auch singt) zu hören. Kurzer Schreckmoment, aber ein Blick in die Besetzungsliste hat mich dann beruhigt: lediglich am Schlagzeug gibt es mit Alansa eine Umbesetzung. „Life is Good“ ist ein gutes Album und einige der Lieder wird es auch in unsere „Rarities“-Reihe schaffen. Kaufempfehlung!

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