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Flook – Ancora (2019)

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Wenn nach 14 Jahren Pause ein neues Album von Flook erscheint, ist nicht die Frage, ob es “gut“ ist, sondern welche Stufe der Genialität es erreicht. Wir reden hier von Weltspitze im Bereich keltisch inspirierter Instrumentalmusik. Dementsprechend überschwänglich sind die Rezensionen der englischsprachigen Medien ausgefallen. Ich kann mich dem nur anschließen.

1995 gegründet, machten sich Flook vor allem als Live-Band einen Namen. Es gab nur drei Alben, bevor sie 2008 ihre Auflösung erklärten.  Seit 2013 ist das anglo-irische Quartett wieder aktiv, auch wegen der großen internationalen Nachfrage. Im April kam Ancora heraus, was man als „Anker“, „Hoffnung“ oder auch „Zugabe“ lesen kann. Geblieben ist die markante doppelte Flöten-Besetzung.

Brian Finnegan (Whistles), Sarah Allen (Querflöten), Ed Boyd (Gitarre) und John Joe Kelly (Bodhran) sind allesamt Virtuosen. Sie sind traumhaft aufeinander eingespielt, was sich in der meisterhaften Präzision, aber auch den kreativen Improvisationen zeigt. Ein Grund des Revivals war neben dem engen freundschaftlichen Verständnis sicherlich, dass die künstlerischen Möglichkeiten dieser Besetzung längst noch nicht ausgeschöpft sind.

 Gesungen wird nicht, das temporeiche Zusammenwirken der Instrumente erzeugt die gesamte Spannung. Die Flötenmelodien werden gleichsam als Schmuckstücke auf einem bunt bestickten, harmonischen „Kissen“ dargeboten. Eine Reihe Gäste sorgen mit erwartbaren (Geige, Kontrabass, Percussion) oder auch ungewöhnlichen Instrumenten (Hackbrett, Drehleier, Steeldrum) für organisch wirkende, unterschiedliche Farben.

Das Material der neun Tracks ist vielfach selbst geschrieben oder von namhaften Zeitgenoss*innen übernommen. Die Stücke kommen meist in Zweier- oder Dreier-Sets und orientieren sich an den bekannten irischen Strukturen, sind aber nicht darauf festgelegt. Toward the Sun und andere werden die Sessions weltweit in kürzester Zeit erobern.

Letzendlich ist es die mitreißende Spielfreude, die Ancora heraushebt. Wie Brian und Sara in einem Interview mitteilen, ist es das Leben selbst, das sie inspiriert hat…Sicher eins der Alben, die von 2019 im Gedächtnis bleiben werden.

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kuec

Für celtic-rock.de schreibe ich seit 2008. Meine Instrumente sind Geige, Gitarre und Bass.

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