Menü

#18 Stefan / Fiddler’s Green

Dieser nicht mehr ganz junge, dafür aber um so sympathischere Herr spielt bei einer der bekanntesten deutschen Folkrock-Bands. Er ist für uns oftmals Ansprechperson für viele Fragen rund um die Band und hat immer ein offenes Ohr für die Fans behalten. Heute dürfen wir ihn ein bisschen näher kennenlernen und seine Einschätzung zum kommenden Album HEYDAY lesen.


Selfie unseres Künstlers

Künstlername / Spitzname:

Steve Smart (gelegentlich...)

bürgerlicher Name:

Stefan Klug

geboren im Jahre 1969 in Coburg in Oberfranken. Habe zwar nur mein halbes erstes Lebensjahr dort verbracht, besuche aber immer wieder gerne diese schöne Stadt.


Aktuelle Band:

Fiddler's Green

Weitere / bisherige Bands:

Ich habe erst mit 18 Jahren begonnen mir das Akkordeonspielen selbst beizubringen und 1991 – also mit 22 – bin ich zu Fiddler's Green gekommen. Davor war nicht allzu viel „Banderfahrung“ möglich... Ich habe ab ca. 1989 mit ein paar alten Schul-Kumpels Irish Sessions in Kellern, kleinen Kneipen, privaten Feiern und auch mal in der Fußgängerzone gemacht. Dann kam Fiddler's und seitdem bin ich musikalisch damit so ausgelastet, dass sich die Frage nach einer weiteren Band für mich nie gestellt hat.

Instrumente:

Akkordeon und Bodhrán

Ein kurioses Erlebnis aus dem Musiker/innenleben:

In den 90igern hatte ich in einem Restaurant im Schwarzwald kurz vor einer Show eine „Hubertus-Platte“ bestellt. Das war wie es klingt: Ein riesige Portion deftiger Hausmannskost. Mir hatte das aber so gut geschmeckt, dass ich es fast komplett aufaß. Leider war die Zeit knapp und wir hatten dann nur noch 10 Minuten zur Show. Auf der Bühne war mir dann dermaßen schlecht, dass ich fast nicht spielen konnte. Es war eine Tortur... - tja, selbst Schuld!

Meine Liebingsmusik ist …

Generell natürlich guten Folkpunk, ansonsten Calexico, 16 Horsepower, Paul Simon, Buena Vista Social Club, aber auch Billy Talent und Rammstein

Das beste Album ever ist …

Schwierig, da gibt es einige. Zum Beispiel ist Paul Simons „Graceland“ ein zeitloser großartiger Klassiker, den ich immer wieder gerne höre.

Bestes besuchtes Konzert ever …

Auch schwierig. Richtig bleibend in Erinnerung ist mir das Erlanger Konzert der EAV („Geld oder Leben“-Tour 1985) geblieben. Das war für mich damals mit 16 eine Offenbarung. Oder natürlich die Pogues-Show der „If I Should Fall From Grace With God“-Tour in der Neumarkter Jurahalle: Ich hatte gerade erst meinen Führerschein und „musste“ alleine hinfahren, weil keiner meiner Freunde mit hin wollte. Pogo bis zur völligen Erschöpfung.

Aktueller Lieblingssong:

Kann ich leider echt nicht sagen...

Lieblingstraditional:

Scolding Wife


Dieses Video sollte die Welt gesehen haben:


Am liebsten reise ich nach:

Diverse Inseln im allgemeinen und auch im speziellen! ;-) Überall, wo Meer, Berge und tolle Natur aufeinandertreffen.

Mein Lieblingsbuch ist:

Die Tageszeitung

Am liebsten esse ich:

Moussaka

Mein Lieblingsfilm/-serie ist:

Alle Josef-Hader-Filme. Ich habe noch nie Serien geschaut und werde das wohl auch nie tun.

Drei Menschen, die ich bewundere sind:

„Bewundern“ ist schwierig, da ja jeder Mensch verschiedene Seiten hat und man u.U. auch nur einen Teil seiner Persönlichkeit kennt und beurteilen kann. Generell mag ich Leute, die zu ihrem Wort stehen, sich für eine offene, freie, demokratische und gerechte Welt/Gesellschaft einsetzen, tolerant, rücksichtsvoll und weltoffen sind und das Gemeinwohl über ihr persönliches Ego setzen. Und Leute, die sich vom Konsumzwang bzw. -wahn frei machen können und die die wirklich wichtigen Dinge wertschätzen können, die man sich eben nicht kaufen kann.

Whisky oder Bier?

Bier. Liegt wohl an der Konditionierung durch die unzähligen tollen kleinen Brauereien hier in Franken.


Drei individuelle Fragen

So viele Jahre (wieviele denn eigentlich) stehst Du nun schon mit Fiddler’s Green auf der Bühne. Wo holst Du die Motivation her? Gibt es auch schon Mal Durchhänger?

Es ist für mich selbst immer noch unglaublich, dass ich eigentlich „nur mal so schnell nebenbei“ versucht und begonnen habe, die Musik, die ich so unendlich gerne mochte (und immer noch mag), selbst zu spielen. Sage und schreibe 28 Jahre stehe ich nun schon mit Fiddler's Green auf der Bühne, dabei wollte ich das eigentlich nie „professionell“ machen! Die Motivation dafür muss ich mir nirgends „herholen“, denn ich sehe es für mich als ein großes Privileg an, diese Art von Musik (mit-)kreieren zu dürfen und auch noch live auf die Bühne bringen zu können. Ich bin generell sehr gerne unterwegs (auch wenn's nicht wegen der Musik ist), deshalb macht mir das Touren nichts aus, im Gegenteil. Außerdem ist die Resonanz und die Energie, die man vom Publikum zurück bekommt, fast schon so etwas wie eine Droge. Auf der Bühne bekommt man einen „Kick“, der einen alles Negative vergessen lässt. Einen Durchhänger habe ich höchstens mal, wenn ich mit Grippe/Fieber o.ä. krank bin und eigentlich ins Bett gehöre. Da aber Konzertabsagen oder -verschiebungen richtig Mist sind (es hängt ja sehr viele Leute dran und logistisch ist das auch schwierig), schaut man natürlich, dass man die Show dann doch irgendwie hin bekommt. Aber das kommt ja zum Glück nur sehr selten vor.

Wie regelst Du das denn so mit Familie und Beruf? Wenn ich mich recht erinnere, hast Du ein kleineres Kind, teilt Deine Familie den Faible zur Folkmusik?

Meine Familie mag Folk/Folkrock sehr, aber natürlich hören alle auch noch gerne andere Musikstile. Manchmal ist es schon nicht ganz einfach alles unter einen Hut zu bekommen, da ich ja doch sehr viel unterwegs bin. Auf der anderen Seite bin ich ja dann auch immer wieder längere Zeit am Stück daheim, so dass diese Zeit dann sehr intensiv ist. Es ist eben ein etwas „anderer“ Familienrhythmus, aber er ist nicht unbedingt schlechter als bei einem „9-to-5-Job“.

Als dritte und letzte Frage hätte ich gerne noch eine persönliche Einschätzung des in Kürze erscheinenden Albums „Heyday“. Was erwartet uns?

Wir haben in HEYDAY richtig viel Zeit hineingesteckt, so viel Zeit wie noch nie in ein Album zuvor. Wir sind richtig oft ins Studio in die Nähe von Münster gefahren um Songideen auszuarbeiten, zu zerpflücken, wieder zu verwerfen und neu zu arrangieren. Das war schon ganz schön aufwendig und je mehr man sich selbstkritisch mit den Songs beschäftigt und je mehr man da „drinsteckt“, umso weniger kann man mit der Zeit einschätzen, ob das wirklich gut ist oder nicht. Deshalb braucht man zwischendurch Abstand um das bisherige Material wieder „mit frischen Ohren“ beurteilen zu können.

Unser Ziel war ein flottes und abwechslungsreiches Album - musikalisch mit starken Melodien und textlich mit einprägsamen, oft etwas skurrilen Themen. Und das ist uns denke ich auch gut gelungen. Mir persönlich macht es richtig Spaß das Album zu hören – und das ist schon mal ein sehr gutes Zeichen!

Erwarten könnt ihr z.B. mit „Limerick Style“ einen Song mit Limericks (also diesen fünfzeiligen „speziellen“ Gedichten/Reimen) als Strophen – das wollte ich schon ewig lange mal machen. Wir haben versucht uns selbst treu zu bleiben, den „irischen roten Faden“ deutlich im Vordergrund zu lassen und trotzdem die Grenzen des Genres auszuloten und ab und zu auch mal zu überschreiten. Es wäre sehr schön, wenn es den Hörern auch so gut gefällt wie uns. Wir sind jedenfalls schon ein wenig stolz auf dieses Werk.

Eintrag vom: 23. Januar 2019

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.