Global Trad Underground ~ Gypsyland (2010)

Global Trad Underground ist eine Band aus Irland, bestehend aus fünf Mitgliedern. Musiziert wird mithilfe von die Geige, Bass, Percussion, Gitarre sowie einem bandinternen DJ. Das aktuelles Album heisst „Gypsyland“ und steht ganz in der Tradition von einem Crossover verschiedenster Musikrichtungen. Unzählige Instrumente werden benutzt, um die Musik auf die Bühnen der Welt zu transportieren.

Neben Geige, Gitarre, Bass und Bodhran, wird das Repertoire der Band auch durch außergewöhnliche Klangzauberer ergänzt. So sind alle möglichen Varianten der Drums und Percussion in der langen Liste zu finden. Obwohl der Schwerpunkt bei dieser Band eindeutig bei den Instrumenten liegt, gibt es auch Gesang.

Der Opener „Egyptian Jig“ bringt mit seiner dramatischen Geige und den schnellen Rhythmen orientalischen Klänge in den heimischen CD – Player. Auch der Titelsong „Gypsyland“ entführt den Zuhörer in fremde Welten. Es sein denn, er befindet sich inmitten eines australischen Outbacks oder einer Savanne. Eine Frauenstimme erzählt uns hier zu dem nostalgischen Klängen einer Musnharmonika allerlei zu unserem Aufenthalt im „Gypsyland“. Ihr von mir nicht identifizierbarer Akzent gibt dem ganzen, ich nenne es mal Sprechgesang, einen exotischen Touch, was den insgesamt hypnotischen und etwas langatmigen Charakter des Stücks noch verstärkt. Ein bisschen fragwürdige New Wave Romantik weht hier aus den Lautsprechern. Bei der eigenen Definition des musikalischen Stils lässt die Band verlauten:

the pair combine an electric mix of trad,world percussion,hip hop beats and classical style arrangements to create their global sound

Durch diese Aussage ist man schon ein wenig vorbereitet oder auf die „Artenvielfalt“ auf dem Album, die für mich ein weinig an Hippies und gewisse natürliche Stimmungsaufheller klingt. In Stücken wie „Black dog“ oder „Dubs ah Man“ merkt man, dass die globale Komponente des Bandnamens durchaus auch Einfluss hat. Mal sind es Tangorhythmen und ein temperamentvolles Geigenspiel, die von einer ausgereiften Experimentierfreude zeugen, mal wird man mit indianisch anmutenden Klängen beschallt. Hinter dem kryptischen Titel „I.S.L“ verbirgt sich abermals ein gediegenes, langsames Stück mit einigen dünn gesäten Gesangseinlagen, die an Spirituals aus Afrika erinnern. Eine Horde Mönche aus Tibet könnte hier aber genauso gut Ideenstifter gewesen sein.

„Rhemes Valley“ bringt erneut Klänge aus den Steppen der Erde in die eigenen vier Wände. Mir nicht bekannte „Schnalzgeräusche“ sind für meinen Geschmack in Kombination mit den dominanten Trommeln doch zu außergewöhnlich. Die Kompositionen liegen ja insgesamt weit ausserhalb des Mainstreams, hier vielleicht sogar im Dschungel.

Bei der Ballade „breaking up“ kämpft sich hier und da die irische Komponente in Form der Geige durch. Außerdem gibt es tatsächlich richtigen Gesang mit vollständigen Sätzen in englischer Sprache. Durch viele zusätzliche Soundeffekte wird jedoch der potentielle pure Charakter des Stückes leider ein bisschen überlagert. Was in dem voran gegangen Stück noch zu kurz kam, wird in „The fall of Christiana“ schon eher vollbracht. Hier harmoniert die Geige mit den anderen Instrumenten und die Melodie kann schon fast als fröhlich bezeichnet werden. Nicht Afrika, Indonesien oder ein anderes exotisches Land stand hier musikalisch Pate, sondern endlich auch das geliebte Irland.

Das Stück „Puff Daddy Davidson“ klingt in meinen Ohren leider genauso schlecht, wie sein Titel. Eine urbane Irrfahrt durch Sprechgesang in indischem Dialekt, kombiniert mit einer harten „Drum and Base“- Linie, endet für mich im im musikalischen Nirwana. Vielleicht werde ich im nächsten Leben ja Fan dieser Band.

Wer auf „Ethno-Drum-Spirituals“ steht, sich gerne von exotischen Klängen beschallen lässt oder die passende Begleitmusik für eine Vodoo-Zeremonie oder eine Schamanenbegegnung braucht, kann hier zugreifen. Als geeignetes Festival für einen Live-Auftritt würde mir spontan das „Woodstock Festival“ in Dornstadt einfallen. Peace!


Trackliste

  1. Egyptian Jig
  2. Gypsyland
  3. Black dog
  4. I.S.L.
  5. Rhemes Valley
  6. Breaking up
  7. The fall of Christiana
  8. Puff Daddy Davidson
  9. Dubs Ah Man

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jessy

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