Harlequin’s Glance ~ Turn (2008)

Cover_Turn„Wir erklären hiermit, daß sich die Schönheit der Welt um eine Kostbarkeit bereichert hat!“

Mit dieser moderaten Aussage lassen uns Harlequin’s Glance wissen, dass sie ein neues Album produziert haben, das den Namen „Turn“ trägt. Die Band setzt sich zusammen aus: Gernot Feldner (Gitarre, Gesang), Martin „Tino“ Mixan (Kontrabass), den Instrumentalisten Stephan „Stoney“ (Geiger, Nyckelharpa) und Alexander Ganz (E-Gitarre), sowie dem Schlagwerker Daniel Klemmer.

Die Songs werden selbst und in englischer Sprache geschrieben und haben in meinen Ohren oft den nostalgischen Charakter eines 30er Jahre Mafia-Films, beflügelt durch ein gewisses Augenzwinkern á la „Blues Brothers“. Der Wiener Rezensent und Plattenhändler DJ Othmar fasst den musikalischen Stil als Folk n‘ Roll zusammen. In jedem Fall fühlt man sich bei den lässigen Rhythmen und den rotzigen Riffs der E-Gitarre, z.B. bei „Time of grief“ beinahe gezwungen, eine Sonnenbrille aufzusetzen und mit dicken Zigarren im Mundwinkel hängend eine Runde Poker zu schmeißen.

Die Stimme von Gernot Feldner untermalt die Gemütlichkeit und Nonchalance der Songs mit ihrem leicht rauchigen Charakter und hat mich an einen Zirkusdirektor erinnert, der auf humoristische Art seine (Musik)akrobaten vorstellt. Unweigerlich zappelte dabei Joe Cocker vor meinem geistigen Auge herum. „Won’t you, please! “ ist einer der Songs, die diese komödiantische Brise perfekt widerspiegelt. Kein Wunder, schließlich folgen wir ja auch dem „Blick des Harlequins“ (so der Name übersetzt), einer klassischer Figur der Komödie.

Zwar kann man auf dem Album keinen „fetzigen“ Up-Tempo Nummern im klassischen Sinne erwarten, doch haben es durchaus schnelle Rhythmen auf die Platte geschafft . „Climb the mountain“ ist definitiv einer dieser Songs. Mit ansteigendem Tempo wird hier eine Art „groovy Polka“ kreiert.

In ihrer selbst entworfenen Manege im großen Musikzirkus vollführen Harlequin’s Glance auf jeden Fall eine außergewöhnliche Vorstellung, die nicht viele Vergleichsmöglichkeiten bietet. Ich würde bei einem Konzertbesuch zwar nicht unbedingt mit ausufernden Exzessen und wilden Stagediving-Wettbewerben rechnen, aber wenn man Lust auf etwas gediegenere Töne, lässige Sounds und gelegentlich balladeske Songs hat, kann man sich „Turn“ definitv zu Gemüte führen.

Trackliste

  1. Butterfly and the worm
  2. Bury the Mask
  3. Morning Light
  4. Time of Grief
  5. Salvation like the Dawn
  6. Won’t you, please!
  7. Bad Luise
  8. To her
  9. Turn
  10. Climb the mountain
  11. Up to me
  12. A loving alliance

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jessy

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