Irish Rose ~ Roses‘ Dream (2009)

Keltische Musik aus Osteuropa ist nicht neu: Bands aus Ungarn, Tschechien und Polen haben wir bereits vorgestellt. Mit Irish Rose ist nun die Slowakei bei uns vertreten. Die Band hatte ihre Deutschland-Premiere beim Festival in Volmarstein, wo vor allem Sängerin Eva beeindruckte. Die Band besteht bereits seit 2003, man hat sich tief in die Materie eingearbeitet. Das zeigen nicht nur die Songs in Gälisch, sondern auch das eigene Material, das sich gut einfügt.

Die akustisch spielende Band war zur Zeit der Aufnahme mit vier Frauen und zwei Männern besetzt, wobei die Gründerin Katarina an der Fiddle den Sound offenbar am meisten geprägt hat. Neben den Vorbildern aus Irland und Schottland wurden eine Menge unterschiedliche Einflüsse aufgenommen: osteuropäische Folklore, Klassik, eine Portion Pop, vielleicht auch etwas Jazz. Entsprechend vielgestaltig ist der Sound. Das spieltechnische Niveau ist hoch. Kennzeichnend für die Band sind die variationsreichen Melodielinien von Flöte und Geige. Sie bilden vielfältige, schön klingende Harmonien im klassischen Sinn. Das Akkordeon steht etwas hintenan. Auch wenn die Tunesets mit Perkussion begleitet sind und der Gitarrist gute Arbeit leistet, würde ich mir etwas mehr rhythmischen Druck wünschen. Wie mehrere der einzelnen Titel kommt die CD insgesamt erst langsam auf Touren. Während es zunächst eher beschaulich – gemächlich zugeht, rocken die beiden Radio-Titel am Schluss.

Das Material beschränkt sich nicht auf das Übliche, den Anfang macht ein walisisches Stück. Klassiker wie Spancil Hill und The Bonnie Ship The Diamond interpretiert Sängerin Eva mit Respekt vor den bekannten Fassungen, aber durchaus eigenwillig. Mir fällt auf Anhieb keine Sängerin einer deutschen Band ein, die keltische Songs ähnlich kraft- und ausdrucksvoll vorträgt. Den schnellen Zungenbrecher Horo Ghoid Thu Nighean meistert sie ebenso wie die langsame Ballade Buachaill On Eirne tadellos.

Am stärksten sind Irish Rose, wenn sie, vermutlich von Clannad oder den Corrs inspiriert, in Richtung Pop gehen. Homeland ist eine hitverdächtige Vertonung eines englischen Textes. Die angehängten Radiofassungen hiervon und von Light Dragoon/Horo… haben internationale Klasse und werden eine Bereicherung für unser Radio. Gäste am Bass und Schlagzeug lassen die Songs grooven. Ich hoffe, dass Irish Rose sich nach den stattgefundenen Umbesetzungen weiter in die rockige Richtung entwickeln.

Das Einlegeblatt mit dem markanten Drahtgeigen-Bild lässt sichaufklappen. Enthalten sind alle Texte auf Englisch.

Trackliste

  1. Cowboi
  2. Snoopy & Fluffy Jig
  3. Buachaill On Eirne/Buachaill Jig
  4. Siobhan Ni Dhuibhir/Floating Crowbar/Merry Blacksmith/Concertina Reel
  5. The Bonnie Ship The Diamond
  6. Atholl Highlanders/Irish Washerwoman
  7. Homeland
  8. Roses‘ Dream
  9. Spancill Hill
  10. The First August/Piper’s Despair/Laura Lynn Cunningham
  11. Light Dragoon/Horo Ghoid Thu Nighean
  12. Homeland – radio version
  13. Light Dragoon/Horo Ghoid Thu Nighean – radio version


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kuec

Für celtic-rock.de schreibe ich seit 2008. Meine Instrumente sind Geige, Gitarre und Bass.

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