Irish Spring in Herdecke 6.3.2016

300 Plätze, ausverkauft. Ein gutes Omen für einen spannenden, unterhaltsamen Abend beim Irish Spring. Es gab keine bekannten Namen, aber eine sehr gelungene, abwechslungsreiche Zusammenstellung.

Caitlín & Ciarán wirkten sympathisch und entspannt, wie bei einem Kaminabend im kleinen Kreis. Das enge Zusammenspiel von Fiddle und Concertina zeigte Dichte und feine Variationen, wie sie der Tradition entsprechen. Caitlíns Art zu tanzen ist etwas Besonderes. Sie benutzte die Fiddlemelodien nicht nur als rhythmischen Hintergrund, sondern füllte sie mit ihren Schritten aus, steppte jede Triole vom rasanten Belfast Hornpipe. Viel Beifall war den beiden sicher.

Wie bei Irish Spring öfter der Fall, hatte sich extra für die Tour eine All Star – Band zusammengefunden. Steve Doherty, David Doocey und Sean MacGowan (ein anderer!) inspirierten sich bei den Tunes und hatten mit Anne Brennan eine hochklassige junge Sängerin dabei. Das ergab die Atmosphäre und Inspiration einer guten Session. Klassiker wie Lifeboat Mona und Red ist the Rose bekamen von Blás eine rhythmisch vertrackte, groovige Hinterlegung, vor der die Stimme strahlen konnte.

Der Höhepunkt waren unbestritten Dallahan. Ihr Debütalbum hatte mich absolut überzeugt, und mit ihrer Live-Präsenz empfehlen sich die Fünf aus Edinburgh für jedes noch so große Festival. Irland (2x) trifft Ungarn (2x) in Schottland (1x). Live war der ungarische Anteil etwas größer als auf CD, wurde aber in jedem Set mit keltischen Tunes verbunden. Die Raffinesse und Spielfreude von fünf absoluten Könnern begeisterten.

Die abschließende Session brachte Bands und Publikum für Wild Mountain Thyme und ein paar flotte Reels auf die Beine. Hervorzuheben ist noch der ausgezeichnete Sound. Keine Selbstverständlichkeit.

Irish Spring

kuec

Für celtic-rock.de schreibe ich seit 2008. Meine Instrumente sind Geige, Gitarre und Bass.

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