John Jones – Never Stop Moving (2015)

Stillstand ist seine Sache nicht. Auch eine Krebserkrankung hat John Jones nicht davon abhalten können, seinen persönlichen und musikalischen Weg weiterzugehen. Das Gehen darf man auch wörtlich nehmen, denn der Sänger der Oysterband ist bekannt dafür, dass er Wege zu seinen Sologigs gern wandernd zurücklegt.

Musikalisch geht die Reise auf diesem zweiten Soloalbum stärker in Richtung eigene Songs als auf dem Vorgänger „Rising Road“. Die Lieder entstanden in den letzten drei Jahren, oft auch von den Wanderungen inspiriert. „Big songs from a small country“ fasst er sein Album zusammen. J.J. ist immer noch sehr gut bei Stimme und präsentiert seine Themen gradlinig, aber auch mit zurückhaltender Einfühlsamkeit.

Produziert hat Al Scott, der zur Gitarre greift und ein Dutzend musikalische Gäste anführt. Die Besetzung ist akustisch und hebt sich merklich vom Sound der Oysterband ab. Intendiert war, auch bei den dunkleren Stücken, eine „sanfte Aufbuchstimmung“.

Am besten gefallen mir wie auch bei vielen Aufnahmen der Oysterband die Traditionals, weil sie melodisch am schönsten und vom Inhalt her so bildhaft sind. Das kraftvolle Lied vom australischen Rebellen Jim Jones ist für mich ein Höhepunkt des Albums. Die ausgeprägt folkige Gestaltung von Balladen wie Rambling Boys of Pleasure macht John Jones so leicht keiner nach. Den eigenen Songs hört man an, dass der Verfasser sich seit Langem im Grenzbereich von Folk und Rock aufhält. Man kann dieses Album häufig hören, ohne esLeid zu werden.

Im Gespräch gibt John Jones Auskunft darüber, was ihn zu Songs aus dem Album inspiriert hat.

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kuec

Für celtic-rock.de schreibe ich seit 2008. Meine Instrumente sind Geige, Gitarre und Bass.

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