Karine Polwart – Kulturhaus Lüdenscheid 29.11.2014

Nach einer Pause von acht Jahren war sie wieder einmal in Deutschland zu hören – kein Wunder, dass viele Fans eine lange Anfahrt auf sich nahmen, um die schottische Songwriterin am Samstag live zu sehen. Den Auftakt gestalteten Linde Nijland und Bert Ridderbos. Mit zwei Songs „erspielten“ sie sich den Einlass ins ausverkaufte Kulturhaus, wobei Lindes tolle Stimme bestens ankam.

Karine Polwart kommt aus der Folktradition, was man deutlich hört, da ihre Songs etwas Zeitloses haben. Sie findet überall Themen. Was sie auszeichnet ist Empathie: hinschauen, die Menschen in ihrer Situation sehen und mit ihnen mitfühlen. Durch ihre Stimme und starke Ausstrahlung schafft sie sofort einen persönlichen Bezug. Auf Deutsch führte sie in die Themen ein und nahm die Zuhörerschaft mit in ihre Heimat. Da klappte es auch beim Mitsingen eines Traditionals: Braw Sailing on the Sea.

Ihren internationalen Ruf unterstrich Karine Polwart mit einem atmosphärisch dichten Konzert, welches das Publikum sofort in seinen Bann zog. Mit ihrem Bruder Steven an der Gitarre und Inge Thompson (Akkordeon, Effekte) gestaltete sie einen symbiotisch wirkenden Sound, bei dem die Klänge der Stimmen und Instrumente nicht nur addiert werden, sondern ineinander verwoben sind. Jedes Arrangement war bis in den letzten Ton durchdacht. Der mitgebrachte Tontechniker sorgte für einen nahezu perfekten Sound. Großartig.

Die neueste CD war bereits in der Pause ausverkauft. Als nächstes können sich die Fans der Folkpack-Reihe auf die Schottin Eddi Reader freuen („It’s Gotta Be Perfect“ / Fairground Attraction), die am 7. Februar mit Band im Kulturhaus zu Gast sein wird.

kuec

Für celtic-rock.de schreibe ich seit 2008. Meine Instrumente sind Geige, Gitarre und Bass.

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