Kevin Flynn & the Avondale Ramblers ~ Double Door 9-15-09 (2009)

Kevin Flynn and the Avondale Ramblers waren so großzügig, uns gleich mit drei CD’s zu bemustern. Neben dem Album „Double Door 9-15-09“ aus dem Jahre 2010, das hier hauptsächlich besprochen werden soll, gab es noch „The murderer, the ministrels & the rest“ (2009) und „Don’t count me out“ (2008). Um den Rahmen nicht zu sprengen, liegt der Fokus wie gesagt auf der neusten Scheibe mit dem etwas kryptisch anmutenden Titel.

Doch diese Linie setzt sich anscheinend vom Bandnamen fort. Während viele Kollegen sich auf ein lässiges „The + beliebiges Nomen“ beschränken, vermittelt bereits der Name von Kevin Flynn and the Avondale Ramblers das Gefühl heimeliger Brüderschaft und familiären Charme. Beheimatet ist die Band nichtsdestotrotz in der „windy city“ Chicago und da sie sich selbst als„Chicago-Irish band“ bezeichnet, sind die Einflüsse dieser beiden Elemente auch durchaus hörbar. Die Irischen Klänge paaren sich mit den rauen Stories der amerikanischen Arbeiterklasse und erzählen Geschichten, die der besten Quelle zur Inspiration entsprungen sind: Der Realität.

Licht ins Dunkel um die Namensgebung von „Double Door 9-15-09“ bringt eine einfache wie freudige Tatsache: Es handelt sich um ein Live-Album, das am 15.September 2009 in einem Club namens „Double Door“ in Chicago aufgenommen wurde.

Ich persönlich bin ein großer Fan von Live-Alben, was mit Sicherheit daran liegt, dass ich ein Fan von Live-Musik bin. Einfache und logische Schlussfolgerung. Daher schaffen es Kevin Flynn and the Avondale Ramblers auch von Anfang an, mich zu überzeugen. „The devil & Dr.Holmes“ erfüllt seine Aufgabe als Opener mehr als gelungen und lässt sofort ein Gefühl der Lebensfreude aufkommen. Der Sound, der sich da aus den Boxen schält hat beinahe etwas Altmodisches, bringt eine undefinierbare „Retro-Linie“ mit sich. Dabei mischen sich immer wieder unterschiedliche Richtungen wie Punk, Country und Folk in die Songs. Die Rhythmusgitarre leistet einen grandiosen Job, ebenso wie die Mandoline. „Something’s goin‘ down“ oder „One day in May“ erinnern an Größen wie R.E.M, während “The sign of the cross“ oder “The pope of the windy city“ den Charme der Sex Pistols auf den Plan bringt. Dabei verfallen Kevin Flynn and the Avondale Ramblers jedoch zu keinem Zeitpunkt in die Farblosigkeit einer Kopie. Sie haben ihren eigenen Sound, ihre eigene Identität und vor allem ihre eigenen Geschichten. Kevin Flynn and the Avondale Ramblers nutzen die Einflüsse der irischen Musik und das ist auch schon alles. Kein zwanghaftes „Pseudo-Irentum“, keine heuchlerischen Akzente – einfach nur gute Musik!

Für alle, die auf authentische Musik stehen, die sagenhaft dargeboten wird, ist „Double Door 9-15-09“ nur zu empfehlen!

 

Trackliste

  1. The Devil & Dr.Holmes
  2. The Ministrel Boy
  3. You don’t want me
  4. Something’s goin‘ down
  5. The Sign of the Cross
  6. (Hey now) You’re my savior
  7. The Pope of the windy city
  8. The legend of money malone
  9. One day in may
  10. Here’s to you second city
  11. Stand tall

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jessy

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