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Kings & Boozers – Still got the Booze (2018)

Kings & Boozers haben einen Lonplayer. Und „Still got the Booze“ steht in einer Tradition, denn Kings & Boozers sind eine Art Lady Godiva 2.0. Und so finden sich unter den zwölf neuen Songs nicht nur Eigenkompositionen, Traditionelles und Hommagen an ihre Helden, sondern auch drei Songs der Band, aus der Sie teilweise hervor gegangen sind.

Dabei zeigt „One Whiskey“ ganz besonders die jetzt härtere Gangart: das Schlagzeug und die Gitarren bilden einen schnellen, druckvollen Soundteppich über den Akkordeon und Tin Whistle die Melodie und die Bridge tragen. Das Ding ist auf Party ausgelegt und so wundert auch nicht die eingängige Hook. Die gleiche Nummer spielen auch Muirsheen Durkin auf Ihrem aktuellen Longplayer. Zwischen diesen beiden Bands gibt es teilweise personelle Überscheidungen. Die Alben wurden fast zeitgleich veröffentlicht, dennoch zeigen die beiden Versionen deutliche Unterschiede auf. Muirsheen Durkins Version hat einen höheren Folkanteil und obwohl beide Bands in der Celtic-Punk-Ecke zu verorten sind, stellen Sie zwei unterschiedliche Pole dar.

Sehr rüde geht es in „Seven Paddies in Berlin“zu. Der wohl dreckigste Song der Platte. Sehr schön findet sich hier die musikalische Umsetzung von Drogenkonsum und Suff wieder. Der Gesang droht immer zu kippen, wird aber durch reichlich Gangchorus wieder aufgefangen. Es gibt auch genug Nonverbales für alle Zuhörer, die den Text live umgesetzt haben und Probleme mit der Ausformulierung haben. Und schließlich gröhlt gegen Ende ein leicht hooliganistisches „Berlin, Berlin, we´re going to Berlin“ dem Hörer entgegen, was das Sujet nur auf die Spitze treibt. Musikalisch findet sich das Ganze in einem treibendem, aber reduziertem Sound wieder, der vor allem durch ein eingängiges, weil sich wiederholendes Banjo getragen wird. Wirklich eine wunderbare Partynummer, die sich nicht umsonst auf der letzten MacSlon´s Pub Songs wiederfindet.

Etwas besonderes für Kings & Boozers dürfte auch das Feature von Mike Rivkees, seines Zeichens Frontmann von Mickey Rickshaw sein, der seine Vocals bei „Bold Fenian Men“ beisteuert. Schließlich hatten die Arnsberger keine Mühen gescheut, die Bostoner nach Deutschland zu holen, da sie eine der besten Newcomer der Szene sind. Und da haben sie wohl die Gelegenheit im Studio genutzt. Heraus gekommen ist ein eher getragener Song, der zeigt das die Kings & Boozers auch bedächtiger können. Schließlich braucht man auch mal Zeit, um in Ruhe am Pint zu nippen. Man kann ja nicht alles wild tanzend in die Gegend schütten.

Das die Kings & Boozers ihren Helden Respekt zollen, wird nicht nur durch liebevolle Coverversionen deutlich, da gehen sie gerne noch einen Schritt weiter. So singen auf „the Raven“, einem Whisky Priest Song, mit Gary Miller und Mick Tyras zwei der Schöpfer selbst mit. Wie ich mir aus anonymen Quellen habe sagen lassen, ist das ein erstes Lebenszeichen. Denn bei den Whisky Priests soll einiges in der Pipeline sein. Also haltet die Augen auf!

Es gibt auch einen offensichtlichen bzw. ausgelutschten Song auf der CD. Denn „The Wild Rover“ habe ich so oft auf Platte, da könnte ich einen Endlossampler aufnehmen. Kings & Boozers waren sich dieser Problematik bewußt, weswegen sie zwar die Lyrics behalten, aber alles über die Melodie vom „SAM-Song“, äh nein von „Ghost Riders in the Sky“ gelegt haben. Die Idee hat durchaus Charme und dürfte bei dem ein oder anderen Zuhörer Verwirrung stiften.

Abschließend kann man sagen, dass das Hauptaugenmerk aber auf powervollen Nummern liegt, die zum Tanzen und Pogen einladen, auch wenn es mit „Queen of Hearts“ mal melancholischer wird. Daher solltet ihr euch die Jungs unbedingt auch live ansehen, denn auf dem Silberling liefern sie eine wirklich ausgewogene Setlist, die perfekt auf der Bühne funktioniert.

Die Arnsberger haben eine eigene aktuelle FB-Seite mit einem Berg an aktuellen Infos.

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