My Three Kilts – Eleven (2012)

Eleven

„My Three Klits“ sind vier Mittdreißiger aus Elroy, N. C. und diese Gegend könnte man als ländlich bezeichnen. Vielleicht erklärt das, warum sich „My Three Kilts“ auf eine eher traditionelle Spielweise ihrer Songs eingelassen haben? Vielleicht ist es auch das alle vier verbindende Merkmal, ebenso wie die die Sozialisation durch die weit verbreitete Countrymusic, die sie dazu bewegt haben. Das die Umsetzung der Songs aber alles andere als glatt und langweilig sind, kann wohl der gemeinsamen Punkattitüde der vier zugeschrieben werden. Diese Voraussetzungen haben sie gebündelt und dabei kam „Eleven“ heraus. Ihr erstes Album, das in 2012 erschien – fünf Jahre nach ihrer Gründung. „My Three Kilts“ sind vor allem eine Pubband, die zwar auch auf vielen Festivals aufgetreten sind, aber mit „Tir Nan Og“ ein Stammlokal haben. Sicherlich ist auch hier wieder ein Grund zu finden, warum keine verzerrten Elektrogitarren zu hören sind, sondern Konzertgitarre, Banjo, Mandoline und angeblich auch Bagpipes (die habe ich allerdings nicht rausgehört).

My three Kilts

Elf Songs sind auf „Eleven“ drauf. So, jetzt wisst Ihr Bescheid. Die meisten Songs sind Eigenkompositionen. Aber auch hier haben sich ein paar Klassiker in eigener Interpretation eingeschlichen. So wird zum Beispiel „Nancy Whiskey“ in einer untypischen, sehr geradlinigen Version gespielt, während „My Three Kilts“ bei „Black Velvet Band“ den Text auf Elroy umgemünzt haben. Egal ob es sich um Eigenkompositionen oder Traditionals/Cover handelt, alle Lieder sind klar nach einer Partykomponente ausgewählt. Die Hooks werden meist von der ganzen Band gesungen, was auch schon mal nah ans grölen heran reicht. Viele der Lieder beschäftigen sich vor allem mit König Alkohol (z.B. Jamsey, Cooter Brown) und weisen für diese eher folkig-punkige Spielweise ein hohes Tempo aus. Dadurch entsteht ein gewisser Druck, der die Füße zum Tanzen animiert. Das wird auch dadurch unterstützt, das zwischen vielen Songs keine Pausen eingearbeitet worden sind.

Als ich die „My Three Kilts“ das erste mal gehört habe, war ich unentschlossen. Schließlich wußte ich nicht genau, ob die Welt eine weitere Pubband auf CD braucht. Doch gehören sie eindeutig zu den qualitativ hochwertigeren Bands und ich frage mich, wie sie sich entwickelt hätten, würden sie nicht in einem 3900-Seelen-Städtchen wohnen. Diese Gegend gehört eindeutig zur Musik der „My Three Kilts“ dazu, allerdings sorgt es eben auch dafür, dass diese auf eher kleines Publikum bzw. Veranstaltungsorte zugeschnitten ist. Und genau dort würde ich sie gern spielen sehen – mit einem Pint in der Hand, die Hooks mitsingen. Das Ding ist ein gutes Debüt und manche Songs werden ihren Weg in unsere Rarities-Serie im Notenschlüssel finden. Empfehlung: reinhören!

Trackliste

  1. Nancy Whiskey
  2. Jamesy
  3. Cooter Brown
  4. Dublin O´Shea
  5. Cap´n Sully and the Seaunts (Haht Fahts)
  6. Pub Romance
  7. Hooley in Elroy
  8. The County
  9. Maggie´s Ass
  10. Black Velvet Band
  11. The Braes of Killiecrankie

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