Polkaholix – Sex& Drugs& Sauerkraut (2015)

Es gibt kaum etwas aus der Rock- und Popwelt, das sich nicht polkamäßig in einen Zweivierteltakt bringen ließe, egal ob Ska, Rockabilly oder Metal. Durch eine solche Behandlung lässt sich der Spaßfaktor erheblich steigern. Diese Erkenntnis führte 2002 zur Gründung der Polkaholix. Wie ein Straßenköter vereint ihre Musik mehr Vorfahren in sich, als hier aufgezählt werden können. Außerdem steht man zeitweise knietief im „Sauerkraut“ der deutschen Volksmusik. Was aber bei so viel Fetzigkeit kaum jemand stören dürfte.

Die Polkaholix sind zunächst mal eine erstklassige Allround – Band. Akkordeon und Kontrabass rücken den Sound ein wenig ins Welt-Musikalische. Das I-Tüpfelchen sind aber die Bläser; sie spielen wunderbar synchron und sprühen vor Spielwitz. Dem Siegeszug der Polka als Modetanz des 19. Jahrhunderts entsprechend, hat die Band ihre Aktivitäten in alle Himmelsrichtungen ausgeweitet, Preise eingeheimst und Chartplätze erobert.

S&D&S ist ihr drittes Album und bietet wieder eine hinreißende Kombination von Covern und eigenen Songs, mal deutsch, mal englisch gesungen. Bei der Auswahl schreckten „PHX“ vor nix zurück: Es geht von Billy Idol über Falko bis Ylvis und Rammstein, deren „Engel“ als Polka erstmals erträglich wird. Die Stil-Zitate in den Riffs und Soli zeigen profunde Hintergrundkenntnisse, Humor und eine Menge Kreativität. Die eigenen Songs (In Berlin, Bequem, Wunderbar) sind herrlich selbstironisch und als Ohrwürmer angelegt.

Das alles ist tanzbar, auf der Höhe der Zeit, hat Stil und macht ansteckende gute Laune. Bei so viel Fun – Faktor lassen wir die keltischen Dudelsäcke mal unaufgeblasen und genießen unser gesamteuropäisches musikalisches Erbe, denn bessere Partymucke ist kaum vorstellbar.

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kuec

Für celtic-rock.de schreibe ich seit 2008. Meine Instrumente sind Geige, Gitarre und Bass.

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