Randy Sharp, Jack Wesley Routh, Sharon Bays and Maia Sharp ~ Dreams Of The San Joaquin (2013)

Dreams Of The San Joaqin
Dreams Of The San Joaqin

Mit Dreams Of The San Joaquin wird dem kalifornischen Längstal San Joaquin Valley eine musikalische Hommage über die Länge von elf Titeln gewidmet. Dass ebendiese unter anderem durch die Grammy-prämierten Banner von Randy Sharp und Jack Wesley Routh geziert wird, führt hörtechnisch, entgegen dem stereotypen Allgemeinverständnis über die Region, nicht zu Verstaubungs- bzw. Austrocknungserscheinungen.

Dabei eröffnet mit B“ ein Titel den Reigen der musischen Impressionen, der diesem Eindruck zumindest hinsichtlich seines Namens grundsätzlich widerspricht. Randy Sharp gilt die Gunst des ersten Tons. Dass neben dem obligatorischen Schlagzeug, Gitarre und Bass auch ein Sopransaxophon zum melodiösen Wort kommen darf, kleidet den Gesamtsound sehr gut. Das tragende Element ist jedoch die Orgel, deren warmes Vibrieren an das Flimmern der Hitze über den landbewirtschafteten Weiten erinnert. Und indes das gesungene „It’s a burn day“ im nachhallenden Chorus erklingt, meint man fast, die brennende Sonne sei einzig Anlass entspannenden Innehaltens.

Mit Between The Ice And The Fire, dem zweiten Titel, erhebt Routh seinen gesanglichen Anspruch, der, wie sein Vorgänger, in rhythmisch eher gemäßigten Gestaden situiert ist. Nebst der hinzukommenden Mandoline erfährt das Stück seine klangliche Hauptfärbung insbesondere durch John Davis Pedal-Steel-Guitar, die dem Titel einen entspannten Country-Sound hinzugibt.

Gemäß der Auflistung der namengebenden Interpreten müsste nun Sharon Bays folgen, die ihre vokale Hauptleistung aber erst mit F“ abliefert und folglich Maia Sharp den Vortritt gewährt. Das Loblied des heimischen Gefühls, das nun auch ein Cello in das musikalische Miteinander integriert, wartet im Refrain mit einer fast countertenorartigen Gesangsleistung Randy Sharps auf, deren Subtilität nur durch ihre erstaunliche Leistung übertroffen wird.

Und derart setzt sich das Album fort: Die vier Musiker geben sich wechselseitig die solistische Klinke in die Hand, beterzen einander in den jeweiligen Refrains, lassen unterschiedlichen Instrumenten den melodiösen Vortritt, so dass schlussletztlich ein ansehnliches Kompendium zusammenkommt. Aus rhythmischer Sicht schlagen die zwei Herren und Damen gemäßigte Töne an. Dass dabei einem programmierten Schlagzeug der Vortritt gewährt wird, dürfte für die wenigsten ein hörtechnisches Hindernis darstellen.

Wer von D“ ein stilisiertes Meisterstück amerikanischer Tanzmusik erwartet, wird diese Erwartungshaltung nicht erfüllt wissen. Wer jedoch eine grundsätzliche Neigung zu Konzeptalben hat, wer sich textlich auf eine Reise unterschiedlichster Heimatgefühle – fernab jedweder stumpfer Patriotismus-Pathetik – einlässt, der wird in diesem Album eine Vielzahl musikalischer Subtilitäten entdecken können.

 

Trackliste

  1. Burn Day
  2. Between The Ice And The Fire
  3. At Home
  4. Shores Of White Sand
  5. New Day Out
  6. Ridin’ On The Night Train
  7. Or So The Heart Remembers
  8. For Old Time’s Sake
  9. Beyond The Great Divide
  10. Broken Arrow
  11. Dreams Of The San Joaquin

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