Red HOT Chilli Pipers ~ Blast live (2008)

Die DVD des spektakulären Konzerts der „Red Hot Chilli Pipers“ in Glasgow wurde hier bereits von Sören rezensiert. Nun will ich mich der dazu gehörigen CD „Blast live“ widmen, die bei der musikalischen Fete in Schottland aufgezeichnet wurde.

Mit insgesamt 16 Live-Stücken wird der geneigte Hörer bespaßt. Mit dem opulenten Opener „Crooked Bridge“ wird man direkt in die Live-Atmosphäre katapultiert. Dass die Männer ihre Instrumente beherrschen und nicht zu unrecht einen großen Erfolg verbuchen können, wird bei jedem der rhytmischen und energiegeladenen Stücke deutlich. Für ihre Coverversionen alter Klassiker ist die Kombo berühmt. Dass die Begeisterung gerechtfertigt ist, zeigt sich bei Songs wie „We will rock you“ gepaart mit „Eye of the tiger“ nur zu deutlich. Auch an die unvergesslichen Klassiker „Smoke on the water“ von Deep Purple und „Thunderstruck“ von AC/DC haben sie sich heran gewagt. Mir persönlich werden die Stücke im Original immer besser gefallen, weil die E-Gitarren eben doch ein wenig zu kurz kommen. Doch andererseits ziehe ich den Hut vor der innovativen Idee, den Dudelsack in die Dienste des Rocks zu stellen.

Von der Spielwut der erfinderischen Instrumentalisten bleibt dann auch kein Ton verschont, bis zum letzten Laut werden die Dudelsäcke gedrückt, bis zur Leistungsgrenze von Spieler und Instrument werden die Noten ins Auditorium gespielt. Vor allem mischt die Gruppe offensichtlich frei nach „gusto“ sämtliche musikalische Stile und Richtungen. Vom seriösen Zeremoniell irgendwo in den Highlands, wandern die Sinne der Hörer in mittelalterlich bis mythische Gefilde. Neben den namens stiftenden Pipes sind es vor allem auch die Drums, die den Liedern ihre Rhythmik und Energie geben. Offensichtlich wird dies zum Beispiel bei Songs wie „ The Lost“ oder „Sexy Lexy“.

Auch moderne Popmusik wie „Clocks“ von Coldplay werden mit Leichtigkeit in das vielseitige Programm integriert. Hier gab es beim Konzert bestimmt schöne „Gänsehautmomente“. Gerade Musik ohne Gesang birgt oft Schwierigkeiten, weil man sich meiner Meinung nach die Aufmerksamkeit des Publikums härter erarbeiten muss. Daher muss ich der Band auf jeden Fall Respekt zollen, dass sie dieses mutige Konzept so erfolgreich gestaltet haben

Ich selbst bin noch nicht in den Genuss gekommen, die einzigartige Gruppe live zu sehen, freue mich nach dieser CD aber auf jeden Fall schon auf ihren Auftritt beim „Folk im Schloßhof“. Mal sehen, ob mich die Instrumentals dann auch begeistern können, oder ob es zu einem „Pipes- Overkill“ kommt…

Trackliste

  1. Crooked Bridge
  2. Jack and Barney’s Chopsticks- La Boum
  3. Celtic Bolero
  4. Smoke on the water/Thunderstruck/The Fourth Floor
  5. Jazz Badger- The Lochaber Badger
  6. Clocks
  7. Pig Jigs
  8. Hills of Argyll
  9. Highland Cathedral
  10. The Lost
  11. You’re the voice/ Chilli Time
  12. Sexy Lexy- Lexy MacAskill
  13. We will rock you/ Eye of the tiger/Clumsy Lover
  14. Rory Mc Leod, Molly’s Jig, The famous Baravan
  15. Teardrop, Brenda Stubberts, I’ll give you something to cry for
  16. Little drummer boy

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jessy

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