Restless Feet – Homeward Bound (2017)

Jetzt bewege ich mich schon so lange im deutschen Folk/Punk/Celtic/Irgendwas Raum und werde dennoch immer wieder überrascht. Klar, es gibt natürlich Neugründungen, aber davon kann man bei Restless Feet aus Freiburg nicht sprechen. Schließlich haben sie mit „Almost Irish“ 2013 ihr Debüt veröffentlicht. Zu meiner Verteidigung muss man aber auch sagen, dass es gute vier Jahre bis zu ihrem zweiten Werk „Homeward Bound“ gebraucht hat. Die Zeit hat sich aber gelohnt und Restless Feet haben eine interessante Entwicklung durchgemacht.

Während auf „Almost Irish“ vor allem der Folk vorherrscht und nur „Empire of Gold“ den Punk erkennen lässt, liefern Restless Feet auf „Homeward Bound“ 13 Songs, die wesentlich mehr Druck aufweisen. Dieser entsteht in erster Linie durch schnell gespielte Folksongs. Der Folkanteil ist immer noch hoch, aber die Stimmen kratziger. Man könnte auch sagen, die weißen Unterhemden sind nicht mehr ganz so weiss. Sie selbst nennen das ganze Fast-Folk. Eine gute Kategorisierung, wenn man diese denn braucht. Die Songs auf „Homeward Bound“ sind eine gesunde Mischung aus bekannten Traditionals und Eigenkompositionen. Allerdings sind die Traditionals nicht besonders gut ausgewählt. Man findet da kein Schätzchen und somit habe jetzt die gefühlte 1-millionste Coverversion von „The Irish Rover“ im Schrank stehen. Allerdings mit „Rolling Down to Old Maui“ auch ein bekanntes Stück, das ich 2017 erst richtig für mich entdeckt habe.

Was mir auch sehr gut gefällt, ist das Restless Feet gegen den Strom schwimmen und viel Arbeit in Coverartwork und Beiheft gesteckt haben. Sie liefern euch alle Texte und haben als Begleitung dafür extra Fotos gemacht. In einer Zeit wo manche Bands entweder komplett auf Hardcopies verzichten oder die CD nur als Extraeuro auf Konzerten verstehen, liebe ich als Sammler solche Alben besonders. Also kann ich euch den Kauf nur empfehlen.

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