Rura ~ Break it Up (2012)

Break it Up
Break it Up

Stilistisch überschreibt sich das aus Glasgow stammende Quintett mit „Wild Scottish Energy“, was sowohl auf die Herkunft als auch die Selbstwahrnehmung der „jungen wilden Kerle“ verweist. Intro eröffnet den Zehntitelsilberling und mit ihm der bandcharakterisierende Dudelsack. Hinzu gesellen sich eine permanent unisonierende Fiddle, eine Bodhràn, Flöten, Bass sowie Gitarren. Das aus vier Stückenden bestehende Medley weist rhythmische Borniertheit von sich und wechselt munter durch die Möglichkeiten, um sich in einem wilden Crescendo namenstechnisch selbst zu legitimieren.

The New Yorker wird, nebst der Gitarrenbegleitung, vornehmlich vom Duo der Flöten getragen. So umspielen Whistle und Flöte einander, und indes eine aus Melodiesicht pausiert und die Akkorde unterstützt, träumt sich der rauchig-luftsäulende Klang ins musische Gemüt und führt fließend zu Mary. Erstmalig erklingen hier die Stimmen des Quintetts in wohlfeiler Vielstimmigkeit. Mit sanftem Staccato wird die Geige zum Akkord- und Rhythmusgeber, der durch die sparsam-akzentuierten Bassschläge Unterstützung erfährt. Gemäß dem Motto „Terzen helfen immer“ – einem grundsätzlichen Credo der Folkloreszene – seufzen, nein weinen sich die Gesangsstimmen hoffentlich in das Herz besagter Mary. Eine Liebeserklärung par excellence, die bestätigt, dass nicht jedes Bedienen von gängigen Mustern, zum Klischee führen muss. Der Folgetitel, abermals ein Medley eigener und traditioneller Stücke, gibt den Staffelstab der melodieführenden Instrumenten von der Flöte, über die Fiddle zu den Pipes weiter. Abermals ein Lied zum Tanzen, das wenig überrascht.

Break it Up, der Namensgeber des Albums, kommt überraschender Weise sehr unaufgeregt daher. Doppelseitenklagend umspielt die Geige die textlichen Gehalte, die in noch gemäßigterem Tempo als Mary daherkommen. Der Zwischenteil, vorgetragen vom melodiegleichen Flöten- und Geigenklang, wirkt im Gegensatz zum beinahe lethargischen Gesang beinahe aufgeregt.

Der siebte Titel hält dem weniger englischaffinen Musikfreunden zwar vor, was der besungene allegorische Gehalt sein soll, dennoch ertönt mit Allegory endlich ein Gesangstitel, der sich in rhythmisch bewegtere Gefilde wagt. Ein sogenannter Kracher entfaltet sich dennoch nicht. Wie alle Titel, die dem Vokalen Zuspruch gewähren, lebt die Musik dieser Titel vornehmlich vom leidenschaftlichen Gesang und der ebd. umspielenden Instrumentierung.

Insgesamt legen Rura ein Album vor, dass die Stärken der ihrer Heimat entstammenden Instrumentalmusik betont und den Gesang eher zum Bedeutungsträger denn Medium des Musischen erhebt. Verfechtern innovativer Kreationen oder Neukombinationen dürften mit diesem Silberling eher hintergrundmusische Freuden erleben. Freunde traditioneller Klänge dürften mit Break it Up sehr gut beraten sein, wie auch ebenjene, die gern Balladen frönen.

 

Trackliste

  1. Intro
  2. The New Yorker
  3. Mary
  4. Sorley’s
  5. Break it Up
  6. Elliott’s
  7. Allegory
  8. Viva
  9. Jigs
  10. Lament for Donald Ban

 

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