The Battlefield Band ~ Zama Zama, try your luck (2009)

battlefield_bandZama Zama ist auf den ersten Blick ein Folk Album, das sich von all den anderen lediglich durch einen bescheuerten Namen absetzt. Auf den zweiten oder vielleicht dritten Blick eröffnet sich eine Folk-Perle.

Zama Zama ist ein Zulu Ausdruck, der so viel wie der Untertitel des Albums bedeutet: Try Your Luck – Versuche dein Glück. Wir haben hier ein Konzeptalbum vor uns, das zum zentralen Thema Gold hat: Die Goldminen von Golkonda, Kakao, das braune Gold von Quetzalcoatl, den Reichtum von Ku’ula-kai, Deutsche Raubritter, Bernie Madoff und so weiter. An der Themenauswahl wird mehreres Deutlich: Zum einen die enorme Welterfahrung, die die Battlefield Band in ihren Konzerten in mehr als 150 Ländern in 40 Jahren gesammelt hat. Zum anderen: Folk ist nicht nur zum Vergnügen da. In die Songs spielt definitiv Gier und illegale Bereicherung eine Rolle. The Battlefields Beitrag zur Wirtschaftskrise und dem Abgeordneten-Skandal in England. Gesellschaftskritik! Das Album bewegt sich hier stark in Richtung Anti-Folk und trägt trotzdem keine Stilbrüche. Was wir hier finden sind hochwertige, hauptsächlich instrumentale Folk-Songs, umgesetzt mit Gitarre, Dudelsack, Geige, Bouzouki, Klavier, Whistles, Bass, Akkordeon und auch mal einer Heimorgel. Den Kneipenabend kann man sich hier genauso vorstellen wie bei fast jeder anderen Folk-Band. Nur sollte man bei diesem eben über die Habgier der Welt reden.

Im schlichten Booklet finden wir Erklärungen zu den Songs. Texte und vor allem die instrumentalen Songs erschließen sich schließlich nicht sofort, vor allem, weil einige Songs mehr Titel haben, als auf der Rückseite der CD angegeben. Der gute Song „Ku’ula-kai“ trägt beispielsweise die Untertitel „Johnny Allan MAcDonald“, „The Procrastinator“ und „Counting Cowries“. Warum? Bitte nachlesen!

Das Album besticht außerdem durch einen erstklassigen Sound. Vielschichtig und satt. Eignet sich zum genauen zuhören. Man wird so einiges erst nach dem 20. Mal heraushören. Die Arrangements bauen eine gnadenlose Tiefe auf. Der Gesang ist wie bei vielen anderen instrumental beherrschten Platten nur ein weiteres Instrument.

Wer sich darauf einlassen kann, einem Album etwas Zeit zu geben, sollte zuschlagen und von den schottischen Highlands aus auf eine Reise um die Welt mitgenommen werden. Allen anderen ist dieses Album vermutlich zu langweilig, langsam und typisch.


Trackliste

  1. The Mines Of Golkonda
  2. The Auchengeich Disaster
  3. Ku’ula-kai
  4. Robber Barons
  5. Bernie’s Welcome to Butner
  6. Uamh an Oir (Cave of Gold) Zama Zama Boys
  7. Ballart Jig
  8. Three Brothers
  9. For Two Friends
  10. Greenland’s Icy Waters
  11. Black Ruairidh’s (Black Rory)
  12. Baile An Or (Gold Town)
  13. Plain Gold Ring
  14. The Pretty Apron

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