The Black Tartan Clan ~ The Loyal Men (2010)

„Hail Scotland be my bride“, so fängt das zweite full-length Werk des belgo-schottischen Black Tartan Clans an. Scotland Part I ist ein getragenes, vorsichtig angeshuffeltes und etwas wackliges Liebeslied an Schottland. Der Punk kommt etwas kürzer auf dem Doppelalbum The Loyal Men.

Die 20 Songs werden auf zwei Silberlingen zu je 30 Minuten verteilt. 10 eigene Songs und 10 Cover/Traditionals. Ein Kniff, der nicht unbedingt hätte sein müssen, zumal man auf beiden Scheiben auf einige Songs sehr bequem hätte verzichten können. Allen voran She’s The One, das vermutlich schlechteste Liebeslied seit langem. Bei Kerzenlicht und mit Akustikgitarre mag es die Herzensdame zu Tränen rühren, aber auf einer CD hat der Song nichts verloren. Country Roads und Amazing Grace sind voraussehbar arrangierte und einfallsarme Cover, die schon zigmal besser gespielt wurden. Auch diese Aufnahmen braucht kein Mensch.

Um Längen besser ist etwa Na Fir Dileas mit langem Dudelsackintro oder Strong, Loud & Proud. Da ist er, der alte Punk-Sound, den ich von BTC hören will. Ebenfalls gut gelungen sind die Mid-Tempo-Songs The Old Man und My Father My Hero (Achtung, die Tracklist in Booklet und Albenrückseite verwurschteln die beiden Songs). Scotland Part II ist zum Abschluss die bessere, schnellere und härtere Version des Openers. Auf der zweiten Scheibe überzeugen Banks Of The Roses, Highland Cathedral und If The Kids. Warriors Code wird leider durch den wackligen Trommelwirbel kaputtgehauen.

Die Bremse steht dem BTC erstaunlicherweise gut. Die Mischung aus straightem Punk und dem aufwändigeren Rock-Songs gefällt mir, ansatzweise (Hills Of Argyll) klappen auch die richtig langsamen Nummern. Die Mischung geht erst ordentlich ab und ruht sich dann ein wenig aus, ohne langweilig zu werden. Die Platte eignet sich für den Pub und das Auto – wären da nicht die allzu gravierenden Schwachstellen. Das Booklet ist schön und offenbart aufgefaltet ein Poster. Danke dafür! Ich hätte mich allerdings über ein stimmigeres Artwork gefreut – das bunte Foto im Inlay stört und zerschießt durch das durchsichtige Tray das schwarze, schlichte Cover. Aber das sind nun wirklich Kleinigkeiten.

Insgesamt ein Album für Sammler und Fans. Neueinsteiger und Teilzeithörer sind mit anderen Alben, darunter auch das Debut-Album des Clans, besser beraten.


Trackliste

  1. Scotland Part I
  2. Na Fir Dileas
  3. Kilt Song
  4. Proud To Be Kelt
  5. She’s The One
  6. Strong, Loud & Proud
  7. My Father My Hero
  8. The Old Man
  9. Ye-De-La-Hey
  10. Scotland Part II
  1. Hills Or Argyll
  2. Country Roads
  3. Banks Of The Roses
  4. Amazing Grace
  5. Warriors Code
  6. Highland Cathedral
  7. Wild Rover
  8. If The Kids
  9. La Poupée
  10. Border Of Salt


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