The Kilkennys ~ Meet the Kilkennys, live (2008)

Habt Ihr Euch schon mal gefragt, warum so wenig junge celtic-Rock-Bands aus Irland kommen? Die Antwort ist vielleicht, dass es dort – nach Westlife und Boyzone – keltische Boy Groups gibt. In Talentshows gestählt, optisch gestylt, musikalisch eingängig und Generationen übergreifend erfolgreich. So eine Gruppe sind die Kilkennys – und nicht die einzige. Wer eine Tochter oder Schwester im Teenageralter hat, kann sie wahrscheinlich mit den vier smarten Jungs für irische Musik begeistern.

Das, was sie machen, machen sie richtig gut. Andernfalls würde man für das erste Album wohl auch nicht den Live-Mitschnitt wählen. Hier geht’s um Party-Stimmung.
Die Kilkennys sind die Brüder Dave und Adam Cashin, unterstützt von Tommy Mackey und Robbie Campion. Stärke des jungen Quartetts ist der clevere und sichere Harmoniegesang. Dazu kommen neben Gitarre und E-Bass eine fetzige Mandoline, Bodhran, Banjo und auch schon mal ein Low Whistle – Solo (Lonesome Boatman, was sonst?). Deutlich zu hören ist außerdem ein Akkordeonist, der aber als gemieteter Session-Musiker ungenannt bleibt. Es wird doch nicht wie bei den Rollings Stones sein, wo der Keyboarder aus Imagegründen nicht zur Band gehören durfte? Dafür erfahren wir aus dem Inlay, wer für Frisuren und Make-Up zuständig war.
Bei den Freizeitinteressen der Vier wird häufig Sport genannt, was offenbar die Fähigkeiten als Teamplayer unterstützt hat. Das Material stammt aus verschiedenen Quellen, von den Dubliners und Fureys bis zu Steve Earle und Luka Bloom. Die Songs sind aktuell bei vielen Bands populär. Manchmal werden noch ein, zwei flotte Reels angehängt (Highland Paddy). Belfast Mill war (als Aragon Mill) mal ein nachdenklicher Song über eine stillgelegte Fabrik, jetzt wird es eine muntere Mitklatsch –Nummer. Beautiful Affair oder Galway Girl machen gute Laune; die langsamen Titel wie Fields of Athenry oder Parting Glass werden gefühlig zelebriert.

Das Publikum geht hörbar mit. Die Vier beherrschen ihre Instrumente unde die Tricks des Entertainer-Handwerks. Wer die High Kings mag, wird sicher auch an den Kilkennys Gefallen finden, Ähnlichkeiten sind nicht zu übersehen. Mit deutschem Text würde ein Track wie My Old Man locker als Volksmusik auf WDR 4 durchgehen. Mir ist das insgesamt etwas zu glatt.
Die Kilkennys sind in Balve immer wieder gut angekommen und bringen profihaft Pub-Stimmung auf große Bühnen. Wo Folk aufhört und wo Pop anfängt, ist in diesem Zusammenhang egal.

Trackliste

  1. Galway Girl
  2. Highland Paddy
  3. Fields Of Athenry
  4. Back Home In Derry
  5. Lonesome Boatman
  6. Holy Ground
  7. Jug Of Punch
  8. Working Man
  9. Beautiful Affair
  10. Eminor Reels
  11. Belfast Mill
  12. My Old Man
  13. Could Not Come At A Better Time
  14. Go Lassie Go
  15. Parting Glass

Bonus Tracks (Studioaufnahmen)

  • Go Lassie Go
  • Chandler Shop

 

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kuec

Für celtic-rock.de schreibe ich seit 2008. Meine Instrumente sind Geige, Gitarre und Bass.

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