The McDrinkers – Another Drunken Night (2017)

Lanze hat gesagt, such mal nach den McDrinkers. Deren neues Album soll genauso heißen wie unseres – er wäre neugierig. Und damit war ich das auch. Gefunden habe ich eine junge, aufstrebende Band aus Quebec, die mit „Another Drunken Night“ im August ihren zweiten Longplayer veröffentlichen. Die kanadische Szene ist in diesem Jahr sehr umtriebig. Nachdem The Peelers in der ersten Hälfte eine wahre Bombe platziert haben und ich gespannt auf das neue Dreadnoughts Album in der zweiten Hälfte von 2017 warte, muss ich sagen, sind die McDrinkers eine schöne Zwischenstation.

Zuerst die Fakten: in 2014 kam mit „Welcome to Whiskeytown“ ihre erste EP. Nach einer internen Umstrukturierung und einer kleinen Namensänderung dann das Debüt. Nun schicken die fünf Musiker eben „Another Drunken Night“ ins Rennen. 14 Songs in englischer Sprache, aber Louis, ihr Frontmann, sagte mir, das sie „Mt. Forever“ auch in französisch eingesungen haben. Der Song wurde in Kanada offiziell ausgekoppelt, um eben auch national eine Chance zu haben, gespielt zu werden. Der Song bekommt durch das Französisch einen völlig anderen Reiz. Zwar ist es das gleiche Instrumental, aber die unterschiedlichen Sprachen machen ihn einmal hard und einmal weich. Witzig! Eigentlich schade, dass sich McDrinkers komplett für Englisch entschieden haben.

Die fünf Kanadier kann man schon als klassische Punkband bezeichnen. Der Celtic-Touch kommt durch die Hinzunahme von Mandoline, Banjo und Violine. Die Produktion der Songs ist rough, was zu ihren manchmal reduzierten Songs passt. Lieder wie „You´re a Fake“ erinnern mich in der Präsentation an die frühen „Blood or Whiskey“ aus Irland. Da wird ohne Schnörkel über ein Humpta-Humpta-Punkschlagzeug gesungen und die Hook wird im Rudel geshoutet. Melodisch wird das Ganze dann durch Geige und Banjo getragen. Was hier wunderbar funktioniert, nimmt anderen, langsameren und melodischeren Songs etwas an Kraft. So würde „Boardwalk“ mit einer sauberen Produktion sicher viel besser zur Geltung kommen, aber die McDrinkers stehen noch am Anfang ihrer Karriere und da wird eben auch ausprobiert.

Louis hat mir dann auch erzählt, dass alle Songs selbst komponiert sind und eben in Homerecording aufgenommen wurden. Das passt eben nicht zu jedem Song, aber zu manchem besser. Damit sind „The McDrinkers“ nicht unbedingt für jeden was, schließlich ist hier ein großer Anteil Punk drin. Ich bin begeistert und habe direkt noch das Debüt dazu geordert.

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