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The Muckers – One More Stout (2018)

Wenn die Jobbeschreibung ist, den Soundtrack für ein zünftiges Besäufnis im Pub zu liefern, sind die Muckers aus Atlanta/USA eine gute Wahl. Die Arbeitsweise der Band ist, je nach Sichtweise, sehr gradlinig oder aber recht einfach gestrickt. Der drei-Akkord-Opener Let’s all go to the Bar, das Titelstück oder Day Drinking setzen das Thema. Deren Zeilen kann man auch noch nach vielen Bieren mitsingen.

Anders als bei ihrem Debütalbum haben die Muckers dankenswerter Weise die Finger von den Standards gelassen und unverbrauchte Songs ausgewählt. Eine ganze Reihe der 13 Titel sind selbst geschrieben, die Coverversionen stammen aus weniger bekannten Quellen.

Mit dem Album steht es wie oft bei einem Live-Auftritt: erst wenn die Band sich warmgespielt hat, kann man sich als Zuhörer für sie erwärmen. Akkordeon und Fiddle lösen sich im Verlauf von ihren simplen Hooklines und schwingen sich zu inspirierten Soli auf. Der Gesang weitet sich auch mal zu Mehrstimmigkeit aus. Es gibt Folk-Punk mit großem F, also eher Folk mit Drums und Bass. Ein guter Schuss Humor und der feste Wille, Spaß zu haben, nehmen für die Muckers ein.

Gut gefällt mir, dass die Fünf auch mal die keltischen Klischees hinter sich lassen. Das funktioniert fließend wie der Wechsel von Whisky zu Wodka: Limonchiki ist eine flotte Klezmer-Nummer. Drunker’n Cooter Brown geht mit Schwung (und verstimmter Mandoline) in Richtung Skiffle. Dem abschließenden Reel Castle Kelly fehlen dagegen Tempo und Abwechslung. Aber wer bis hierhin mitgetrunken hat, wird die letzte Reminiszenz an die Grüne Insel erfreut zur Kenntnis nehmen.

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kuec

Für celtic-rock.de schreibe ich seit 2008. Meine Instrumente sind Geige, Gitarre und Bass.

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