The Silk Road – S/T (2017)

Ist es Punk oder eher Folk-Rock? Jedenfalls klingt das Debüt von The Silk Road sehr britisch. Sagen wir so: Silk Road hat genug von beiden Richtungen, um deren Fans zufrieden zu stellen. Die Anteile wechseln unter den dreizehn selbst geschriebenen Titeln.

Das Quintett um Frontmann und Songwriter Tich Vango kommt aus Chesterfield in Mittelengland. Der Sound wird von Tichs rauer Stimme einerseits und dem Zusammenspiel von Fiddle und Sologitarre andererseits geprägt. Banjo und Harmonika setzen folkige Akzente. Bass und Drums agieren entspannt und lassen genug Luft, so dass man die Texte verstehen kann. Obwohl die Band erst seit 2015 besteht, hat sich ein runder Bandsound mit gutem Wiedererkennungswert entwickelt.

Die Melodien sind eingängig, aber der Sound behält eine gewisse lässige Kantigkeit. Die Musik ist nicht so glattpoliert, wie es sein könnte. Zu Texten über Umweltvergiftung, Hunger und Waffenexporte würde kaum etwas anderes passen. The Silk Road vermitteln eine Menge Bodenhaftung. Offensichtlich haben sie sich nicht mit den bestehenden Verhältnissen abgefunden. Das macht sie sympathisch. Die politischen Texte lassen an Billy Bragg denken.

Los geht es mit dem punkigen No Revolution: der Umsturz fällt aus, weil bei der grassierenden sozialen Vereinzelung keine Geschlossenheit mehr möglich ist. Den Gegenpol bildet die ruhige, persönlichen Schlussnummer On Ya Way. Dazwischen stecken eine ganze Menge Songs, die das Niveau halten und Abwechslung bieten.Eine Band die sich zu entdecken lohnt.

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kuec

Für celtic-rock.de schreibe ich seit 2008. Meine Instrumente sind Geige, Gitarre und Bass.

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