Tir Nan Og – Jack of Folk (2015)

Da hat sich jemand entwickelt! Nach „Bitter Brew“ bringen die Bayern hier ihren neuen Longplayer „Jack of Folk“. 10 neue Songs und ein Intro warten auf den interessierten Hörer und er findet hier viele Eigenkompositionen oder neu betextete Traditionals (oder umgekehrt). Der Sound von Tir Nan Og erinnert in der Machart ein wenig an Off Limits oder die österreichische Band Puke. Vor allem die schnellen Songs wie „Johnny Pirate“ und „Dicey Fucking Riley“ kommen gut. Die meisten Songs sind gemacht, um auf der Bühne präsentiert zu werden – also mit viel Tempo. Interessant finde ich, dass Carina Lehmeier sich anhört, wie Nicole von Auld Corn Brigade – allerdings kann Carina singen.

Gibt es auch weniger Schmeichelhaftes: die langsamen Songs sind nicht meins. Zum Glück gibt es davon nicht so viele. Das Intro ist eine Art Insider – brauche ich jetzt nicht unbedingt. Die Produktion ist ein wenig flach, was man aber durch etwas Nachregeln klären kann. Also wie immer eher Meckern auf hohem Niveau.

Tir Nan Og solltet ihr auf jeden Fall auschecken und „Jack of Folks“ ist als ihr stärkster Longplayer dafür bestens geeignet.

3 Gedanken zu “Tir Nan Og – Jack of Folk (2015)

  1. Die Geschmäcker sind sicher verschieden,
    aber irgendwie bin ich mir nicht sicher ob der Rezensent die Band jemals live gesehen hat. Ich bin mal so frei und gebe hier meine eigene Beurteilung dazu ab:

    Abgesehen davon dass die CD für mich nicht flach klingt, ist die Gruppe auf der Bühne vollkommen authentisch polarisierend und mitreißend – auch mit den langsameren Stücken. Man kann schließlich nicht die ganze Zeit die Stimmung aufpeitschende Lieder spielen, dazwischen darf ruhig auch mal ein bisschen Ruhe einkehren.
    Ausserdem beweist dies für mich ein gewisses Niveau und nimmt Tir Nan Og heraus aus der Mainstream Liga der „Gröl- und Trinklied“- Bands. Auch die Pogues haben nicht nur wildes Zeug gespielt. Den Vergleich mit Auld Corn Brigade finde ich nicht passend. Tir Nan Og hat seinen ganz eigenen Stil und Carina ihre eigene und wesentlich bessere Stimme! Aber das hat der Rezensent ja Gott sei Dank selbst erkannt.

    Ganz wichtig wäre hierbei auch zu erwähnen, dass die Gruppe zu 0 % aus Iren besteht aber zu 100% irisch klingt. Ich erlaube mir dieses Urteil, weil ich fast vier jahre in Irland gelebt habe und so einiges musikalisches dort gesehen und gehört habe. Auch einige irische Freunde bestätigten dies (obwohl diese es nicht gerne zugegeben haben, dass eine deutsche Gruppe durchaus in der Lage ist mit den irischen Bands mitzuhalten ;)

    Tir Nan Og besteht ausschließlich aus Vollblutmusikern, bei denen man einfach merkt, dass sie sich leidenschaftlich ihrer Musik widmen und die ihre Instrumente absolut beherrschen. Gerade diese Leidenschaft ist es, die sofort auf den Zuhörer überspringt, egal wo die Band spielt – im düsteren
    Kneipengewölbe, beim open air im Freien oder sogar beim Benefiz in der Kirche. Auch in der „unplugged“ Version hat die Musik ihren Reiz und begeistert Jung und Alt.

    Tir Nan Ogs Ansatz an die irische Musik ist erfrischend anders und dennoch im Kern traditionell irisch geblieben. Nicht minder interessant übrigens auch die deutsche Eigenkomposition, die sich auf der ersten Scheibe findet oder Carinas eigene hammermaßige Songs in bayerischer Mundart.
    Davon dürfte es durchaus auch irgendwann nochmal mehr geben :)

    In diesem Sinne – macht weiter so!

Schreibe einen Kommentar