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Trad Arrr – Further Tales of Love, Death and Treachery (2017)

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Rund 50 Jahre nach der Geburt des englischen Folkrock mit Fairport Conventions bahnbrechendem Album Liege & Lief 1969 gibt es eine Band, die glaubhaft darstellt, dass noch nicht alle Möglichkeiten des Genres ausgeschöpft sind.

 Der Bandname steht für arrangierte Traditionals. Von aktuellem Songwriter-Stoff hält man sich bewusst fern und zielt darauf, die emotionalen Geschichten aus der Überlieferung mit den Mitteln der Gegenwart lebendig zu machen. Der  Albumtitel bezieht sich auf die Flugblätter, mit denen Balladentexte einst unters Volk geworfen wurden.

In Trad Arrr fand sich ein halbes Dutzend erfahrener Profis zusammen, um eher projektartig Festivalauftritte zu bestreiten. Deren Erfolg sowie die gute Resonanz auf das Erstlingsalbum Cautionary Tales 2015 haben die Band enger zusammengeführt.

Die Band ist mit einigen MultiinstrumentalistInnen gut aufgestellt. Allein drei Leute greifen (abwechselnd) zur Geige, sechs sind am Gesang beteiligt. Der Inhalt der Songs, oft vielstrophige Balladen, steht im Mittelpunkt. Sie sind meist mit markanten, alten Melodien verbunden. Die Instrumentierung passt sich der jeweiligen Stimmung an. Die größte Stärke sind denn auch die Arrangements, die bei bruchlosen Übergängen eine enorme Klangvielfalt ausbreiten. Das Album ist stimmig und kann durch absolute Professionalität überzeugen.

Es gibt ausgesprochen schöne Sounds von den Gitarren oder dem Keyboard sowie zahllose starke Soli. Das gemäßigte Tempo ermöglicht, die Instrumentalparts auszuspielen. Es bleibt aber der Eindruck, den ich schon früher hatte: englischer Folkrock ist oft recht behäbig. Manchmal hätte ich mir mehr  Tempo gewünscht.

Trad Arrr. entwickeln eine Unmenge an musikalischen Ideen und sind mit Sicherheit eine spannende Liveband. Zu sehen am 23. März in Lüdenscheid.

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kuec

Für celtic-rock.de schreibe ich seit 2008. Meine Instrumente sind Geige, Gitarre und Bass.

1 Gedanke zu “Trad Arrr – Further Tales of Love, Death and Treachery (2017)”

  1. Ich weiß gar nicht, ob ich da von einer Weiterentwicklung sprechen würde. Der Sound ist doch teilweise sehr nah an den Bands der 60er und 70er. Was nichts schlechtes ist. Mir gefällt es durchaus.

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