Trasnú – Trasnú & The Adventures Of Wing Commander Pancake (2016)

Über viele winterliche Autokilometer hinweg habe ich mich innerlich an dem Zweitling von Trasnu erwärmt. Das Album ist rundum stimmig und strahlt einfach positive Kraft aus. Keine Überraschung, denn die drei Mitglieder sind in anderen Formationen als Spitzenkräfte der Irish Trad.-Szene in Deutschland bekannt.

Es sind Steffen Gabriel (Nua, Cosan), Guido Plüschke (Celtic Cowboys) und Cornelius Bode (Emerald, Ganaim). Sie brauchen nix mehr zu beweisen, haben hörbar Freude am gemeinsamen Spielen und zeigen ihre Fertigkeiten eher nebenbei. Steffen Gabriel spielt Whistles und (selbst gebaute) Holzquerflöte. Zur technischen Raffinesse und schönen Variationen kommt ein warmer Ton, speziell bei dem Slow Air.
Guido Plüschke ist als umtriebiger Bodhran-Champion bekannt, weiß aber auch mit Banjo und Mandoline umzugehen. Die Gitarre von „Zorny“ Bode ist gleichermaßen präzise, groovig und harmonisch interessant.

Jedem Session-Spieler würde ich das Album allein schon wegen der schönen Auswahl an Tunes empfehlen. Das Tempo ist entspannt und lässt die Feinheiten gut verfolgen. Den Songs werden gern eigene Instrumentalpassagen hinzugefügt, was sie deutlich aufwertet.

Es war eine gute Idee, den Liederanteil gegenüber One For The Road zu steigern. Wie in Irland häufig, gibt es einen deutlichen amerikanischen Einschlag. Dann kommt statt Flöten das Knopfakkordeon zum „Zug“ (und Druck), zu hören bei High on a Mountain.
Den Star of the County Down gibt’s mit einer neuen, interessanten Melodie und das Parting Glass mit einer guten Portion Swing.

Das Booklet als „Tüpfelchen auf dem i“ überrascht mit einem speziell gezeichneten Comic. Ein wunderbares Album, das weiterhin häufig bei mir laufen wird.

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kuec

Für celtic-rock.de schreibe ich seit 2008. Meine Instrumente sind Geige, Gitarre und Bass.

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