Zeptepi ~ The ballad of John Green (2010)

Mit „The ballad of John Green“ veröffentlichen Zeptepi eine Single, die vor allem Bannerträger der musikalischen Entwicklung ist . Bereits 2005 veröffentlichte Band aus Melbourne ihr Debutalbum namens „Travelling through time“, gefolgt von „Universality“ im Jahre 2007. Geprägt durch Bands wie The Waterboys, New Model Army und The Dubliners starteten Sänger/Songwriter Phil Dean, Drummer Bernie Dodd und Bassspieler Franck Packer ihre musikalische Reise, die sie schließlich zum jetzigen Sound führte. Dieser ist wesentlich mehr von Folk inspiriert und daher durfte natürlich auch das uns allen bekannte filigrane Streichinstrument nicht fehlen – die Geige. So wurde aus dem rein männlich besetzten Trio dank Geigerin Hayley Anderson ein ambitioniertes Quartett.

Wenn ich über eine Band mit einem so exotischen Namen schreibe, möchte ich natürlich auch meine aus dem world wide web gewonnene Weisheit mit euch teilen. Zeptepi ist laut Wikipedia, dem allseits beliebten Sammelsurium an fundiertem Halbwissen:

„Zep Tepi („First Time“) is a period in Ancient Egyptian beliefs. It is the mythological golden age when the gods lived amongst humanity together with half-divine offspring of gods and humans.“

Mit viel Fantasie könnte man vom CD- Cover der Single auch tatsächlich eine blau-grüne Medusa oder eben einen Zeus im Reggae-Style erkennen. Das farbenfrohe Bild wäre in jedem Fall ein Augenschmaus für jeden Alt- oder Junghippie. Ein bisschen fröhliches Jamaika-Feeling scheint das wuschelige, gemalte Gesicht auf jeden Fall zu transportieren. Doch viel wichtiger ist natürlich der Inhalt, sprich die Songs, die man auf dieser Scheibe finden kann.

Der Titelsong „The ballad of John Green“ erzählt eine keltische Legende nach. Ich konnte beim Hören den Text leider nicht in Reinform verstehen, aber ich mutmaße mal, dass es sich um eine Geschichte über einen Mann namens John Green handelt, der entweder sehr leiden musste, oder der einfach so ein Lied verdient hat, indem des Öfteren „yeah yeah“ gesungen wird. Bei dieser schönen Akustikgitarre, den wimmernden Geigensounds und der etwas kratzigen Singstimme bleibt der Inhalt aber – in meinem Empfinden – ohnehin zurück. Es ist einfach ein sehr schönes, leichtes Lied, das energiegeladen und melancholisch zugleich den Klangraum einer „Jamsession deluxe“ schafft.

Das zweite Stück „the soldier song“ wirkt insgesamt ruhiger und trauriger, was wahrscheinlich am Thema liegt. Die Geschichte von einem Soldaten während der Napoleonischen Kriege kann man glaube ich eher mäßig gut mit einem „schmissigen Gute – Laune Song“ erzählen. Stattdessen hören wir hier eben bitterschöne Töne zu klagendem Gesang. Gegen Ende, als dramatisches Extra begleitet von dezenten hintergründigen Kampfgeräuschen.

Damit wir fröhlichen Folker aber nicht ganz den Lebensmut verlieren, hat es auch wieder einer der Klassiker auf die CD geschafft. Als dritter Song wird uns „Whiskey in the jar“ entgegen geschmettert. Zum gefühlt 1000. Mal, aber es ist doch soooo schön, sich beim Mitsingen die Zunge zu verknoten und das ein oder andere Gläschen des gold-braunen Getränks durch Idealismus zu rechtfertigen. Ich bin schon gespannt, wann Zeptepi mit „Wild rover“ und „Dirty old town“ aufwarten.

Mir persönlich geht es mit diesen Songs wie mit Geburtstagen: Sie kommen immer wieder und das mit Sicherheit, immer anders und doch ewig gleich, ich bin manchmal genervt davon, aber dennoch würden sie mir fehlen, wenn sie weg wären. Mit diesen tiefgründigen Erkenntnissen noch in der Hirnrinde verweilend, bin ich schon gespannt auf das kommende Album von Zeptepi. Mal sehen, was sie aus ihrem neu entdeckten Stil noch so machen.


Trackliste

  1. The ballad of John Green
  2. The soldier song
  3. Whiskey in the jar


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jessy

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