Solid Ground ~ Rupdiduh (2012)

Solid Ground (solider/fester Grund/Boden) gibt es seit 2002. In den elf Jahren des Bestehens haben sie viel geschafft und haben in vielen Ländern Konzerte gegeben. Die sieben Bandmitglieder kommen aus dem Norden Bayerns, genau aus Würzburg. Sie nennen ihre Musikrichtung: Modern-Folk inspired by Ireland. Das Song-Spektrum reicht von eigenen Liedern, Jigs und Reels, bis hin zu vertonten irischen Gedichten. Diese Mischung aus eigenen Liedern und in Musik gekleideter irischer Poesie macht Solid Ground zu etwas Besonderen, so dass sie nach Irland eingeladen wurden und dort von dem Publikum gefeiert wurden.

Das sechste Album der Band heißt Rupdiduh. Die Bezeichnung steht für ein bestimmtes Lebensgefühl, herzergreifende Momente und Lebensfreude. Gastmusiker/innen halfen beim Einspielen der CD und unterstützten die Spielfreude der Band am Cello, Low Whistle und als Chor. Vorweg kann ich behaupten: Es hat sich gelohnt!

Eine Gitarre ist das Erste, was man hört, wenn man die CD einlegt. Land of Gold erklingt und nach kurzem gesellt sich zur Gitarre die klare und helle Stimme von Simone Papke. Lang muss man nicht warten, bis dann die restliche Band mit einsteigt. Dieser wunderschöne Folk-Song ist ein guter Einstieg in die Welt von Solid Ground. Die Anlehnung an die irische Musik ist unüberhörbar. Der Text ist ein alter Gälischer, wird aber in Englisch vorgetragen und die Musik stammt von Simone Papke und Thomas Buffy. Anschließend erklingt I don`t mind if I do. Stimmungsvoll beginnt eine Gitarre zu spielen und im Duett singen Simone und Thomas, mal einzeln und dann auch zusammen. Der Text ist wieder überliefert und vertont von den beiden.

Freddy the Piper stammt aus eigener Feder. Ein Dudelsack spielt ein längeres Intro, bis nach einer guten Minute die Drums mit einsteigen. Nachdem beide Instrumente ein wenig zusammengespielt haben, steigen die übrigen Musiker mit ein und ein schönes Lied kommt aus den Lautsprechern. Das Stück hat einen schönen Text, in dem es unter anderen heißt: Freddy der Dudelsackspieler spielt ein liebevolles Lied in den Bergen von Wicklow. Öffnet die Türen und Herzen und hört den Klang der Natur!

Tune for a black bock, Waltz for a sausage und Erzelas Jig sind drei Instrumentalstücke, die nach Freddy kommen. Alle drei Songs sind selbst geschrieben und arrangiert. Die beiden erst genannten Titel „Lied für einen schwarzen Bock“ und „Walzer für ein Würstchen“ gehen gut ins Ohr, sind fröhlich, stimmungsvoll und gut tanzbar. Beide spiegeln die Spielfreude der Band wider. Erzelas Jig beginnt etwas düster und ruhig, weil das Akkordeon erst tief gespielt wird. Diese Stimmung hält jedoch nicht lange an und eine Geige übernimmt den Part des Akkordeons. Sie spielt zwar auch noch ruhig, aber nicht mehr in der tiefen Oktave. Nach und nach wird das Stück schneller und fröhlicher, als wenn die Sonne die Dunkelheit der Nacht besiegt.

Cloths of heaven (Tücher des Himmels) ist ein Highlight auf dem Album. Dieser balladenhafte Song geht ans Herz und beim Zuhören gerät man schnell ins Träumen. Wunderschöne Musik, die schöne Stimmfarbe von Simone und der einfühlsame Text machen das Lied zu etwas Besonderen. Gesungen wird abwechselnd in Englisch und Deutsch, was sich beides gut anhört.

Das Album zeigt viele Seiten von Solid Ground , von ruhiger verträumter bis zu schnelleren Songs zum Tanzen. Diese CD ist kein reines Folk-Album, wie man es kennt. Die Musikvielfalt der Band kann man besonders bei Head of a lady erleben. Dieses fröhliche Lied vereint verschiedene Musikrichtungen: Folk, Pop, Walzer, Jazz und Polka. Mehr oder weniger erklingen diese Stile und es ist dennoch ein rundes Lied entstanden.

Diese CD ist so mannigfaltig in der Musik, wie das Grün in Irland. Es ist eine gute Ergänzung in jeder CD-Sammlung und immer wieder anzuhören. Solid Ground haben einen schönen Silberling auf den Markt gebracht, der vor Spiel- und Lebensfreude glänzt. Moderne Folk-Musik durchzieht das gesamte Werk und ist nicht so verstaubt und trocken, wie man es von anderen Bands kennt. Sie haben ihren eigenen Stil kreiert. Alle Lieder auf dem qualitativ hochwertigen Album sind hörenswert und jedes hat seinen Charme.

Eine Besonderheit muss ich noch erwähnen: Die Band besteht aus sechs Musikern und einer Tänzerin. Die deutsche Stepptanzmeisterin, Tatjana Kramhöller, tanzt bei den Instrumentalstücken traditionellen irischen Tanz. Mit dem Motto der Band möchte ich schließen: Spaß soll`s machen, uns und Euch!

Am Telefon hat mir Simone Papke noch ein paar Fragen beantwortet und hoffe, ich habe sie nicht allzu lange von ihrer Pizza abgehalten.

Hallo Simone, erst mal danke, dass Du Dir Zeit für die Fragen genommen hast.

Das ist kein Problem und ich freue mich, dass ihr euch solche Arbeit macht.

Eure Musik ist nun kein reiner Irish-Folk. Wie ist es dazu gekommen, dass so viele Musikstile in Eurer Musik zu hören sind?

Angefangen hat alles vor elf Jahren mit Christel West und mir. Es war ein gemeinsamer Wunsch, keinen traditionellen Irish-Folk zu spielen, weil es auch genügend andere Bands gibt, die diese Musikrichtung bedienen und Iren sind wir auch nicht. Anfangs haben wir natürlich auch gecovert, aber haben auch schon eigene Songs vorgetragen. Wir haben von Anfang an versucht, unseren eigenen Stil zu kreieren und jeder Musiker, der zu uns kam, hat eigene Ideen mitgebracht und seinen Musikgeschmack mit eingebracht.

Irische Poesie spielt bei Solid Ground eine große Rolle. Wie kam es dazu?

Ich fühle mich sehr zu Irland hingezogen und war auch schon dort. Die Natur ist auf der Insel sehr schön und die Menschen sind sehr naturverbunden. Ich war in Dublin und habe mir viel Kulturelles angeschaut, war in Museen und auch in dem von William Butler Yeats, den ich sehr mag. Ich lese viel, schreibe und dichte seit meinem sechsten Lebensjahr. Für Solid Ground vertone ich Lyrik von Butler und anderen irischen Dichtern, aber auch von Goethe und Eichendorff. Den Charakter der Gedichte zu treffen, ist nicht immer einfach und da fällt das Komponieren manchmal schwer. Bei Cloths of heaven haben wir ein schönes Stück eingespielt. Als wir das Lied auf unseren Irlandkonzerten gespielt haben, waren die Menschen begeistert. Sie sagten: „Das hört sich sehr irisch an und gibt sehr gut die Stimmung der irischen Musik wieder“.

Wenn Ihr Instrumentalstücke spielt, tanzt die deutsche Meisterin im Stepptanz und es gibt nicht viele Bands, die mit so was glänzen. Wie kam es zur Zusammenarbeit?

Wir Musiker und Künstler kennen uns alle in der Umgebung von Würzburg und Tatjana Kramhöller wohnt hier in der Nähe. Uns verbindet die gleiche Agentur und sie hat nach Möglichkeiten gesucht, um auf der Bühne zu tanzen. Tatjana hat uns gefragt und seitdem ist sie dabei, wann immer es geht. Interessant ist auch, dass Tatjana nicht nur den modernen irischen Tanz zeigt, den man von Lord of the Dance kennt, sondern auch den alten und fast vergessenen irischen Sean-nós-Tanz, da sind die Arme nicht so steif.

Was gibt es in der Zukunft Neues von Euch? Plant ihr irgendwas?

Die Besetzung der Band hat sich geändert, weil uns drei Musiker verlassen haben und nun müssen sich die neuen Musiker einarbeiten, was natürlich mit viel Arbeit verbunden ist. Wir nehmen einen Kampagne-Song (Single) auf – mit dem UNO-Thema: Jahr gegen Lebensmittelverschwendung. Dazu produzieren wir auch ein Video (erscheint im Spätherbst) und mehr möchte ich dazu noch nicht sagen. Nächstes Jahr sind wir wieder nach Wicklow/Irland eingeladen, worauf wir uns schon sehr freuen. Dann möchte ich noch mehr in Deutsch gesungene Lieder ins Programm aufnehmen und vortragen, mit Texten von Goethe und Eichendorff, bei denen ich die Musik zusteure. Eine neue CD wird es 2014 geben.

Was ist Euch/Dir mal wichtig zu sagen?

Keiner sollte Hemmungen haben, sich ein Instrument zu nehmen und einfach zu spielen. Niemand muss Angst vor dem Singen haben, den Klang von Worten und Bildern rauszulassen. Keiner sollte sich in eine Schublade pressen lassen, denn, sich selber treu zu bleiben, ist wichtig. Es soll einfach Spaß machen! Es darf keine Grenzen geben zwischen Musikern, die studiert sind, oder nicht. Ich kenne Musiker, die nicht studiert haben und besser sind als studierte, aber von denen nicht akzeptiert werden und das finde ich nicht gut. Vorbehaltlos sollten sich Musiker zusammensetzen, sich ergänzen, voneinander lernen und Musik machen.

Danke, dass Du Dir die Zeit genommen und mir die Fragen beantwortet hast.

Das habe ich gerne gemacht und ich wünsche Euch noch viel Erfolg! Bis bald.

Trackliste

  1. Land of Gold
  2. I don`t mind if I do
  3. Born to wear a crown
  4. Freddy the Piper
  5. Tune for a black bock
  6. Waltz tor a sausage
  7. Erzelas Jig
  8. Head of a lady
  9. Stranizl Set
  10. We are the music makers
  11. Tune for Bon & Dsongi
  12. This is my love song
  13. Rupdidupdiduh 1/Funny Reel Song
  14. Rupdidupdiduh 2/Funny Reel
  15. Cloths of heaven

Homepage | Facebook | Bestellen | Medienbox | Über Rezensionen

 

 

Schreibe einen Kommentar