GOD ~ Go sailing with us (2010)

Das wievielte Album „Go sailing with us“ von G.O.D. (Garden of Delight) ist, kann ich nicht definitiv sagen. Die Musiker aus Hessen verwöhnen ihre Fans mit mindestens einer Veröffentlichung pro Jahr. Neben Live-Mitschnitten und den Musical Produktionen rund um den Elfenprinz gibt es nun wieder eine vielseitige Scheibe aus Michael Jungs Schmiede, voll mit 17 (!) lustigen, wilden und unterhaltsamen Stücken.

Nach eigenen Aussagen hat die Produktion dieser Platte den bisher größten Aufwand verschlungen. Dafür verspricht die Platte „Pirate-Folkrock vom Feinsten!„. Eine Tatsache, die man auch an der tollen Gestaltung des Covers und Booklets ablesen kann. In der Ferne windet sich darauf ein mystisches Segelschiff in einer Spirale aus Wolken und Gischt. Ein paar Vögel, die ihre Schwingen erheben und ein verschnörkelter Schriftzug – perfekt ist die Piratenthematik auf Papier gepresset. Nicht zu vergessen, das neue Logo mit einem Totenkopf. Der Opener Go sailing with us erinnert mit seiner nostalgischen Melodie dann auch an durchsungene Nächte an Bord eines Piratenschiffes, vor allem die Geigenpassage im Mittelteil ist sehr gelungen. Wenn man dann das Intro von Five pound whore hört, muss man schon schmunzeln. Ein Priester schwafelt zu Orgelmusik etwas von der skurrilen Liebesgeschichte, die anschließend besungen wird. Ein sehr beschwingtes Lied mit knackigem Refrain und gewohnt lustig-provokantem Text.

Dass The hills behind my old hometown nicht nur einen langen Namen, sondern auch echten Hit-Charakter hat, wird vom ersten Takt der eingängigen Melodie klar. Kein Wunder, dass dieses „Masterpiece“ zur Single auserkoren wurde. Der nächste „Kracher“ auf der CD wird mit Not your day direkt nachgeliefert. Schell, ein bisschen böse und mit den neuen Tönen der Redpipe wird hier sympathisch auf die Kacke gehauen. Der bombastische Refrain, der sich zu einer positiv ausgelebten Aggression steigert ist definitiv ein Stimmungsmacher. Dass „Mastermind“ Michael Jung ein auch ein guter Balladenschreiber ist, ist nichts Neues und so haben es auch wieder ein paar ruhigere Songs auf die CD geschafft, wie etwa I was wrong, Ride on oder das kritsche Devils in ties. Erwähnenswert in dieser Kategorie finde ich noch Too much wine, weil hier eine wunderschöne Melodie tatsächlich jedem übermäßigen Weingenuss eine musikalische Legitimation gibt.

Dass die Piraten auf diesem musikalischen Schiff in verschiedenen Gewässern reisen, zeigt sich, weil sich auch von Country oder Metal beinflusste Stücke als Passagiere an Bord befinden. Heavy Metal wedding ist ein blühendes Beispiel für diese Einflüsse, obwohl das metaphorische Auge hier selbstverständlich aus dem Zwinkern gar nicht mehr rauskommt. Ein weiterer Geheimtipp auf der Platte ist für mich das letzte Stück Travelling man, ein toll arrangiertes Lied mit schöner Melodie, das es schafft ein Gefühl von Freiheitsdrang und Glück zu transportieren.

Fazit: „Go sailing with us“ wird keinen G.O.D.- Fan enttäuschen. Die lieb gewonnenen mitreißenden Melodien und der große Spaßfaktor sind hier garantiert und mit Pirate Folkrock kann sich die Band eine weitere Stilrichtung auf die Flagge schreiben, die gewiss nicht immer mit 100%iger Ernsthaftigkeit ausgelebt und ausgelegt werden muss! Ahoi!

 

Trackliste

  1. Go sailing with us
  2. Five pound whore
  3. The Hills behind my old hometown
  4. Not you’re day
  5. I was wrong
  6. Too much wine
  7. Warlord
  8. Killing man
  9. Ride on
  10. Justice
  11. Devils in ties
  12. Motherfuckers
  13. Day on the mountain
  14. Door to the dead
  15. Heavy Metal wedding
  16. She was strange
  17. Travelling man

 

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jessy

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