Damian Clarke ~ Paths of Desire 2012

Paths of Desire ist das neuste Werk von Damian Clarke. Der Musiker veröffentlichte schon unzählige CDs, als Solokünstler und mit der Band Pressgang, mit der er seit 1986 in vielen Ländern unterwegs war. Auf dem Silberling ist traditionelle Folkmusik zu hören, die vornehmlich auf alten Instrumenten gespielt wird. Dazu gehören Instrumente wie Hackbrett, Drehleier, Celtic-Harp, Gitarre, Trommel und andere.

Die Lieder werden in Englisch, Bretonisch, Irisch und mittelalterlichem Deutsch gesungen. Mit letztgenannten möchte ich auch beginnen: Das aus dem 16. Jahrhundert stammende Lied Ach bittrer winter eröffnet das Album. Stimme und Hackbrett unterstützt durch andere Instrumente, geben den Ton an und dominieren. Insgesamt ein schöner Einstieg in die Musikwelt von Damian Clarke, der mich neugierig auf mehr gemacht hat. Die beiden darauf folgenden Stücke The Salley Gardens und Eleanor Plunkett/Si bheg si mhor sind ein Hörgenuss! In beiden Liedern entfalten sich die Töne des Hackbrettes in seiner ganzen Vielfalt. Die Klangfarben sind wundervoll und mit viel Gefühl und Harmonie gespielt. Bei The Salley Gardens gesellt sich die Stimme des Künstlers hinzu, bei dem Lied Eleanor Plunkett/Si bheg si mhor handelt es sich um ein instrumentales Stück.

Drehleier und Trommel sind die beiden Instrumente, die bei den Liedern Polka de l´Aveyron/Nobody tell und He who will not merry be/Angelus ad virginem zu hören sind. Nun wird die Musik sehr mittelalterlich, was aber sehr gut auf das Album passt. Zu den beiden Instrumenten kommt der Gesang von Damian Clarke hinzu (bei beiden Stücken unterstützen außerdem noch bis zu drei Background-Stimmen) und rundet damit die Songs ab. Die Trommel erklingen mit nachhallendem Ton (Sustain), während die Drehleier gefühlvoll gedreht erklingt – zwei schöne, tanzbare Lieder zu hören sind.

The Rakes of Kildare/The frost is all over, ein sehr ruhig beginnender Titel, der sich sacht, aber stetig steigert, so dass neuerlich Bewegungszwang entsteht. Hackbrett und Gitarre spielen mal zusammen, jedoch auch getrennt und die Stimme des Künstlers vervollkommnet das Lied.

Insgesamt ist es eine gelungene CD, die ruhige Töne von sich gibt, auf der auch schnellere Melodien zu hören sind, insgesamt aber eher entspannende Musik bietet. Ein Album, das sehr melodisch ist und dessen Musik mit viel Gefühl eingespielt wurde.

Das Hackbrett ist auf der Scheibe, bis auf zwei Titel, das dominante Instrument und es ist schon bemerkenswert, welche Klangvielfalt zu hören ist. Mit dem Schlägel (Hammer) werden die Seiten gespielt und je nachdem wie stark man auf die Seiten schlägt, entstehen die Töne weich oder hart. Damian Clarke ist auf dem Instrument ein Meister der Spielkunst, denn er schafft es wie kein anderer so viel Volumen, Harmonie und Gefühl aus dem Hackbrett zu holen. Ich selber habe mich vor vielen Jahren daran versucht, dem Instrument Melodien zu entlocken, aber ich habe da eher rumgeklimpert.

Nun möchte ich jedem nahelegen, der Musik dieser Art mag, sich das Album zuzulegen. Traditionelle Lieder und eigene Songs auf traditionellen Instrumenten gespielt (wobei die Zusammensetzung der Instrumente interessant ist) ist das Thema des Werkes. Hört man die Musik, ist nichts von Hektik und übertriebener Schnelligkeit zu hören. Alle Titel hören sich ausgewogen und stimmig an.

Damian Clarke ist nicht nur ein begnadeter Musiker, sondern auch Maler. Das Cover ist ein Ausschnitt aus einem seiner vielen Bilder (das Bild trägt der gleichen Namen wie das Album). Auf Wanderungen in Cumbria, Dartmoor und Dorset ließ er sich inspirieren und malte so seine Bilder.

Trackliste

  1. Ach bittrer winter
  2. The Salley Gardens
  3. Eleanor Plunkett/Si bheg si mhor
  4. The snow that melts the soonest
  5. Raintrickle
  6. Cambric shirt
  7. Polka de l´Aveyron/Nobody tell
  8. Ned of the Hill
  9. Salangt de wyn
  10. The Rakes of Kildare/The frost is all over
  11. He who will not merry be/Angelus ad virginem
  12. She moves through the fair
  13. Evnig ar C´hleger

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