
Sphärisch erklingen die ersten Töne des Albums und werden sogleich dem Albumtitel und damit dem konzeptionellen Anspruch ebendiesen gerecht. Die stilistisch durchkomponierte Aufmachung des Doppel-Albums erinnert an das mystische Avalon. Der im Nebel verborgene Ort, bekannt durch die Artussage und eine Reihe moderner Adaptionen, eröffnet sich dem Erkundenden als Ort des Einklangs. Das Frontmotiv von Another Realm offenbart eine beschwertete Dame, die erhaben auf einem Pferd thront, indes Horizont und Himmel in offenbarendem Rot verschmelzen. Und wie das Irdische mit dem Überirdischen in harmonischer Untrennbarkeit sich darbieten, so durchzieht ebendieses graphische Motiv das komplette Booklet.
Hört man in den jüngsten Silberling der Folk-Avant-Gardisten, Deep End of the Ford (DEOTF), muss man konsterniert feststellen, dass diese Facette des Folk viel zu wenig Beachtung geschenkt wird. Angebot und Nachfrage scheinen sich bei dieser Form der sonstigen Unterhaltungsmusik jedoch in Grenzen zu halten. Hört man allerorts Off-Beat-wütigen Brüll-Folk, traditionelle Schunkelfolklore mit verstimmten Instrumenten oder Vierkopfbesetzungen, die erst unlängst zu den Instrumenten griffen, bietet An Táin den schwersten und diffizilsten Hörgenuss, den Celtic Rock mir bisher geboten hat.
