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Kelly Oliver – Botany Bay (2018)

Kelly Oliver entdeckte die Folkmusik bei einem Besuch in Irland für sich. Die 28-Jährige hat bereits zwei Alben mit überwiegend eigenem Material veröffentlicht. Durch ihre Auftritte tauchte sie in die britische Folkszene ein und fand Geschmack an traditionellem Material.

Für Botany Bay nahm sie zehn Songs auf, die vor rund 100 Jahren in ihrer Heimatgrafschaft Hertfortshire aufgezeichnet wurden. Die Balladen sind überwiegend weit bekannt und haben schöne, alte Melodien. Es zeigt Selbstbewusstsein, dem Dark Eyed Sailor oder dem Titelstück Neues abgewinnen zu wollen. Das ist aber überzeugend gelungen.

Es geht um Mord, Verrat, Liebe und Verlust, immer aus der weiblichen Perspektive. Folgerichtig hat Oliver sich entschieden, das erotische Cuckoo’s Nest zu einem Stück über sexuelle Selbstbestimmung umzutexten.    

Produziert hat Stu Hanna (Mandola, Klavier) von Megson. Es gibt interessante, stimmige Arrangements mit irisch-amerikanischem Einschlag. Die Instrumentalbegleitung ist „State of the Art“. Beteiligt waren Lukas Drinkwater am Bass; Jamie Francis, Evan Carson und Toby Shaer von Sam Kelly’s Lost Boys an Banjo, Flöten, Perkussion, Harmonium und Fiddle. Diese Musiker entwickeln einen wunderbaren Groove. Kelly Olivers besonders feminin wirkende Stimme bleibt immer im Mittelpunkt. Sie begleitet sich auf Gitarre und Mundharmonika.

Spannend ist die unbegleitete Geisterballade Lady Margaret, wo die Stimme mit dem Vocoder verfremdet wird. Erwähnenswert ist noch die inspirierte Fiddlebegleitung von Phil Beer (Show of Hands) auf Trees do grow high. Sehr gefühlvoll das abschließende Duett mit Luke Jackson, Died for Love. Mir gefallen aber die flotteren Songs wie Bold Fisherman am besten, weil sie die alten Stücke ins 21. Jahrhundert holen.

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kuec

Für celtic-rock.de schreibe ich seit 2008. Meine Instrumente sind Geige, Gitarre und Bass.

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