Le Vent Du Nord – Têtu (2015)

Melodisch, eingängig und französischsprachig. Beim ersten Hören würde man Le Vent du Nord nicht unbedingt in Nordamerika verorten, da sie sehr „europäisch“ klingen. Sie kommen aber aus Kanada und stehen in der Tradition ihrer Heimat Quebec. „5 Kontinente, 1400 live-Shows, 8 Alben, 13 Jahre alt“ fassen die Vier ihre beachtliche Karriere zusammen.

Le Vent du Nord haben offenbar Erfahrung damit, zum Tanz aufzuspielen. Die Instrumentierung wirkt kompakt und organisch. Sie verbindet die historischen Wurzeln sehr geschickt mit aktuellen Einflüssen, die aber im Hintergrund bleiben. LVDN sind Multiinstrumentalisten und bauen auch Maultrommel, Drehleier und Fuß-Perkussion ein.

Material und Arrangements bieten einige Vielfalt, von a capella-Gesang über Tanzstücke bis zum Streichquartett. Hier stellt die Gruppe sich vor:

Eine weitere große Stärke ist der dichte mehrstimmige Gesang, ansprechend und sehr sicher. Es handelt sich um traditionelles ebenso wie um eigenes Material, das die frankophone Kultur feiert. Auch die selbst verfasst Lieder klingen „alt“. Die Texte kann man kann auf der bandcamp-Seite nachlesen.

Beim letzten Titel zeigen die Vier, dass sie eine weit vielseitigere Vorbildung haben als die freiwillige Beschränkung auf ihre Wurzeln glauben lässt. Piano und Fiddle machen aus Amant Volange eine Swing –Nummer im Stil der Zwanziger. Die beiläufig eingestreuten Soli haben viel Folk-Understatement, was die Band sympathisch macht. Als „dickköpfig“ lässt sich der Albumtitel übersetzen, also sich selbst und der individuellen Stärken bewusst.

Le Vent du Nord sind im Mai in Irland und im Juli/August in GB unterwegs. Sie wären ein Gewinn für jedes deutsche Folkfestival.

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kuec

Für celtic-rock.de schreibe ich seit 2008. Meine Instrumente sind Geige, Gitarre und Bass.

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