Seien wir ehrlich: es gibt inspiriertere Bandnamen als „Red Shamrock“. Auf den ersten Ohren klingt auch das Album „Desert Snow“ ein bisschen altbacken – was in einem traditionellen Genre ja aber nicht unbedingt negativ sein muss. Im Gegenteil, wer mehr auf ursprünglichen, keltischen Folk steht, findet hier eine leicht rockige Variante und kann das ein oder andere Schmankerl entdecken.
Dolores O’Riordan ~ No Baggage (2009)
Wer kennt sie nicht; Dolores O’Riordan, seit sie anno 1994 mit den Cranberries und ihrem großen Hit „Zombie“ den einen direkt ins Herz, den anderen mächtig auf die Nerven fiel. Wer kennt sie noch, anno 2009, wenn einem außer Zombie nichts mehr im Ohr klingelt, wenn einem, nach diesem mächtigen Einstand auf der großen Popmusikbühne, die folgenden drei Alben, obwohl sie erfolgreich waren, nicht weiter auffielen und der mentale Lexikoneintrag zum Thema engagierte irische Popmusik allein mit U2 überschrieben ist?
The Rabies ~ Bad Ass Molly (2004)

Amerikanischen Country und Irish Folk zu verbinden ist eigentlich eine sehr naheliegende Sache, war es doch in erster Linie der von zugewanderten Europäern importierte englische und irische Folk, der Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA die Grundlage für die sogenannte Country-Musik schuf. Das sich The Rabies aus Wuppertal jemals Gedanken über diese Zusammenhänge gemacht haben, wage ich zwar zu bezweifeln, aber ganz offensichtlich haben die 6 Musiker eine Vorliebe für amerikanischen UND irischen Folk.
Too-ry-ah ~ LIVE (2009)
„Folk“ aus Irland, Schottland und England ist eine Musik, die viele Fans hat. Manchmal möchte man fast meinen zuviele. Inzwischen ist es „in“ mit einem verklärten Blick nach Irland zu schauen und das Irische in sich zu entdecken. Bei Bands bedeutet das oft, dass krampfhaft ein irischer Akzent immitiert wird und die Musik so irisch ist wie Temple Bar, Dublins berühmte Pub-Meile, nämlich gar nicht mehr.
Living Lâche ~ The Unflushable Pub-Pack (2009)
Wie gut, dass es solche Bands auch in der Folk-Szene gibt. Living Lâche sind die Komiker, die Garagen-Punks, die Kreativen und Unabhängigen der Celtic-Folk-Szene. Das Paket, das man angeblich nicht herunterspülen kann (die Redaktion hat den Test NICHT gemacht!) besteht aus zwei 10-Track Alben im Papp-Schuber aus den Jahren 2007 („Living Lâche and other typical pub situations“) und 2008 („Unflushable – Young, hot and police power!“.
Beoga ~ The Incident (2009)
Irische Musik plus X – eine beliebte Formel. Dennoch kommt bei Beoga eine Mischung heraus, die so noch kaum zu hören war. Das Wall Street Journal nennt sie ‚die aufregendste traditionelle Band, die in diesem Jahrhundert aus Irland aufgetaucht ist’.
Piratas De Dios ~ Orphans Of The Pirates (2009)
Bei den Recherchen für die neue Sendung „Piratas!“ (startet am 1.10.) stieß ich auf den ungewöhnlichen Sound dieser Band. Manchmal wie die auftauchende Flying Dutchman, manchmal traurig und melancholisch, seit vielen Wochen auf dem offenen Meer treibend.
The Langer’s Ball ~ Ships are sailing (2009)
Die „White Stripes“ der amerikanischen Irish Folk Szene melden sich zurück mit einem kompletten Album namens „Ships are sailing“. Das Irish Folk Duo „The Langer’s Ball“ kommen aus St. Paul (Minnesota), USA.
New Model Army: Today is a Good Day
Als im Jahre 1980 in Bradford eine Band mit dem Namen New Model Army gegründet wurde ahnte noch niemand, das es die Band 30 Jahre später noch immer geben sollte. Aber Qualität setzt sich durch und so erscheint nun das 11te Studioalbum der Army.
Shamrock ~ Five (2009)
Ganz Oberbayern ist von trötenden Tubas und gezupften Zithern besetzt – oder doch nicht? Da gibt es in der Nähe von Traunstein ein wackeres Quintett, das mit Bodhran und Banjo dagegen hält. Shamrock haben nun schon ihre 5. CD veröffentlicht.