Gute Arbeit soll angemessen honoriert werden. Soweit das Motto des heutigen Tages, das wir natürlich nur ideell umsetzen können. Aber es passt gut zur Paul McKenna Band. Das junge Quintett aus Glasgow ist mit viel Engagement dabei, seinen Weg nach oben zu machen. Die Band besteht seit fünf Jahren, tourt in Europa und den USA und hat jetzt ihr zweites Album herausgebracht, wieder bei Greentrax, „dem“ schottischen Folklabel. Als Produzent hat man mit Brian McNeill einen hervorragenden Mann gewonnen, der sich als Fiddler der Battlefield Band einen Namen machte, aber weitaus mehr Talente besitzt. Das Ergebnis dieser Kooperation finde ich absolut überzeugend. Die PMcK-Band hat eine Menge mitzuteilen und macht keine stilistischen Kompromisse um des kommerziellen Erfolges willen. Auch wenn sie rein akustisch spielen, sind sie auf der Höhe der Zeit.
X-Archiv bis 2013
The Rapparees ~ Wrapped Up (2011)
Es gibt Neuigkeiten von den fünf Belfastern. Mit Wrapped Up legen sie zwei Jahre nach dem ersten Silberling 14 Titel nach, die nach dem Erstling Clarity in tiefere, stilistische Fahrwasser führen. Für Coverfetischisten und Freunde schrägen Humors ist die optische Aufmachung von Wrapped Up ein Bonbon in der oftmals drögen, folkloristischen Landschaft. Eingekleidet in Pack- und Präsentpapier, dazu geschenkbändlich mit gelben Baustellenwarnband umwunden, präsentieren sich Gitarristen, Bassist und Banjospieler als mimisches Kuriosum. Einzig der Geiger, mit rotem Papier und zwergenähnlicher Kappe angetan, springt aus diesem Gesampaket hervor und stellt auf das musische Innenleben ein. Das Gesamte Cover ist einmalig schräg und macht die den Hörer schon im Vornherein eingenommen. Auf der Rückseite findet sich, die Fantasie anregend, das vom Körper gerissene Papier … Wer also Lust auf einen optischen Einstieg in das chaotische Treiben der fünf Musiker hat, schaue sich das Promovideo an:
Celkilt ~ Celkilt (2011)
Celtkilt stammen aus Frankreich und tragen die keltische Musik wahrhaft im Herzen. Da es auf ihrer Website und leider auch sonst im Internet mehr oder weniger nur Infos auf Französisch gibt und ich leider doch kein solches Französisch-Ass bin, kann ich nicht all zuviel zur Geschichte von Celkilt sagen. Wenn ich die Infos zur Entstehung der Band richtig übersetzt habe, hatte ein Alchemist seine Finger im Spiel, der mit seiner Fingerfertigkeit, den Elementen der Erde und den Instrumenten Celkilt in einer Art religiöser Akt geschaffen hat.
Lúnasa ~ Lá Nua (2010)
Am Anfang steht die Melodie, so will es die irische Tradition: allein z.B. auf einer Whistle oder von einem Dutzend Musikern gemeinsam in einer Session gespielt. Es gesellt sich die Harmonie dazu, mit den Drones der Pipes oder den Akkorden der Gitarre. Und dann kommen Lúnasa: die Band, die antrat, um den „rhythmischen Herzschlag der Melodien“ herauszuarbeiten und den Stücken quasi eine dritte Dimension zu geben.
Lunasa bestehen seit 1996 und sind für Viele das Maß der Dinge, was irische Instrumentalmusik angeht. Mit den Chieftains haben sie gemeinsam, dass sie ohne Gesang auskommen. Aber wo die reifen Herren um Paddy Moloney wie ein keltisches Kammerorchester wirken, sind Lúnasa eine Band.
Uiscedwr ~ Fish Cat Door (2009)
Eine der, nach eigenen Angaben, „aufregendsten, zeitgenössischen britischen Bands“ mit dem Namen Uiscedwr veröffentlichte 2009 das Album Fish Cat Door. Say What you See und verhilft damit all jenen, die Problem mit der Aussprache des Bandnamenwusts haben, zu einer Piktogrammerläuterung zur Klärung der lautlichen Zweifel. Man nehme also das erste Wort Fish und streiche das F, Ergänze es um ein at des Bildes Cat und addiere Door und schon hat man die Aussprache: ishcadoor.
The Go Set ~ Another Round in Melbourne Town / Live (2010)
Ich hätte schon einige Gelegenheiten gehabt The Go Set in Köln zu sehen, habe es aber zu meinem jetzigen Bedauern nie geschafft. Spielten sie doch schon im Sonic Ballroom und nun Ende Februar im Underground. Stattdessen bekam ich aber freundlicherweise eine CD zugespielt, die zwar kein Konzert ersetzt, aber einen lebendigen Eindruck der Live-Qualitäten von The Go Set gibt.
Fleadh ~ Humpy’n’lumpy (2010)
Fleadh sind nicht irgendeine Irish Folk – Gruppe. Nein, sie sind ausgezeichnet mit dem „Deutschen Rock- und Pop-Preis 2010“ in der Kategorie „Beste deutsche Folkrock-Band“. Das verwundert, da sie akustisch spielen, hat aber vermutlich auch mit diesem, ihrem jüngsten Album zu tun. Es ist sehr sorgfältig und kompetent gemacht. Hier sind Leute am Werk, die sich seit vielen Jahren intensiv mit der Sache befassen. Den Fans wird die CD gefallen, da es musikalisch nichts auszusetzen gibt und der Inhalt vermutlich dem live-Programm entspricht. Fleadh sind mit Sicherheit auf der Bühne recht überzeugend.
The Sandcarvers ~ Whisky Tango Foxtrott (2009)
The Sandcarvers spielen Celtic Rock und das mit Leidenschaft und Überzeugung. Die sechsköpfige Band beherrscht die Kunst, die kräftigen Gesangsstimmen mit dem harmonischen Spiel ihrer Instrumente zu kombinieren. Auf ihrem Album Whisky Tango Foxtrott präsentieren sie ihre musikalischen Fähigkeiten hervorragend.
Troll Bends Fir ~ Oktoberfest (2010) / Hoplnir (2011)
The Benjaming Band ~ Z Hor
Dass Celtic Rock oder Celtic Folk Punk nicht immer aus Irland oder Schottland kommen muss, wissen wir schon lange. Viele Bands aus Amerika haben vorgemacht, dass das auch super geht wenn man nur Kelte im Herzen ist. Und seit einiger Zeit beweisen Bands aus allen Winkeln der Erde, dass die Herkunft völlig egal ist. Heute habe ich das nunmehr dritte Album der Benjaming Band aus Tschechien vor mir. Z Hor! So heißt das gute Teil und es weiß zu gefallen. Stromgitarren und eine rauchige Punkrockkehle am Mikrofon begleiten das, was die Band Punkpipe nennt. Schnelle, rhythmische Songs mit viel Spaß und Bier, die Gläser kann man förmlich in jedem Song klirren hören.